Jul 092009
 

Und hier mal wieder eine Reflexion in eigener Sache. Ein Teil der Blogosphere scheint geprägt zu sein von Texten, welche, sind sie einmal geschrieben, nicht mehr einer kritischen Selbstzensur aussetzt werden. Man veröffentlicht sie, weil es doch so einfach von der Hand geht. Notfalls ersetzt man das eigene kritische Urteil durch die Diskussion der Community. Die Wikipedia funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip.

Und ich befinde mich in derselben Situation: Hätte ich diesen Artikel überhaupt schreiben sollen? Und vor allem: Veröffentlichen? Keine Ahnung, aber das ersehe ich ja vielleicht aus den Kommentaren 🙂

  6 Responses to “Selbstzensur in der Blogosphere”

  1. Lieber Procastinator
    Warum hast du plötzlich Selbst-Zweifel wegen des Schreibens eines Artikels zu einem Thema, das dich geärgert, das dir Zeit gekostet und mit dem Leute vera… werden?
    Oder möchtest du dich hier ein bisschen als der “Gute” darstellen um ein Gegensatz-Szenario zu einem Teil der Blogosphäre aufzubauen, den du als “nicht Selbstzensur-fähig” herausstellen möchtest?

    • Weil “Selbstzweifel” mein zweiter Vorname ist. Und als “Guter” will ich mich ja schon gar nicht profilieren – sonst hätte ich mir das mit dem Publizieren des bewussten Artikels ja nochmal überlegt, oder sogar verkniffen.
      Wenn ich so drüber nachdenke: Sollte also am ehesten eine kleine Erinnerung an mich sein, dass ich mir ggf. auch mal überlege, ob ich was nicht publizieren soll, auch wenn es schon geschrieben ist.

  2. Das mit der kleinen Erinnerung an dich finde ich ganz OK. Wobei bei mir deine Bemerkung bezüglich des “Teils der Blogosphäre” immer noch einen Verdacht des “Ich muss mich von denen absetzen” hat.
    Aber das ist ja eigentlich OK, weil ich weiß, dass du auf Kommentare eines Teils der Blogosphäre wartest und ich das als einen schwachen Ruf in dieser Richtung einordne.

    • Ganz ehrlich, es geht wirklich nicht ums Abgrenzen. Ich weiß noch nicht, ob ich zu den “Guten” gehöre, oder ob das hier alles wichtigtuerisches Gedöns ist. Ehrlich. Kein “Fishing for Compliments”.

  3. Noch was: Das mit dem Selbtszweifel solltest du dir von dir selbst oder von anderen abtherapieren lassen. Als Blog-Beobachter ordne ich dich schon bei den richtig Guten ein. Vielleicht schreibst du mal einen Beitrag über Selbstzweifel, dazu könnte ich mir den einen oder anderen Kommentar vorstellen.

    • Das mit den “Selbstzweifeln” als zweiter Vorname war natürlich Spaß, das muss ich mir nicht abtherapieren lassen. Aber ich sehe dieses Blog schon als Experiment in Sachen Blogging an. Wie funktioniert das, wie funktioniert Öffentlichkeit etc.

      Demnächst werde ich mir mal Gedanken über einen Zwischenstand nach “2 Monaten Blog” machen. Erster Gedanke wird das Motiv des Bloggens sein: Öffentlichkeit, und Spaß am Schreiben – letzteres der Grundgedanke des Web-Logs als Tagebuch. Eben wegen der mangelnden Publizität ist es der Spaß an der Sache, der uns am Bloggen hält. Damit sind aber die Selbstzweifel auch schon wieder weg: Geschrieben wird, was Spaß macht.

      Herr.S ist mir da einen Schritt voraus 😉

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