Kostenfalle bei Simyo: Surfen im Ausland

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Jul 042010
 

Ganz so dick wie Kai Diekmann* von der BILD hat es mich nicht erwischt, aber in der Tat war ich von meiner Mobilfunkabrechnung nach zwei Tagen EU-Ausland überrascht: Die Datenkosten für ein paar Mal surfen (WM-Ergebnisse abrufen) lagen immerhin viermal höher als erwartet. Und dabei hatte ich mich extra noch vorher informiert. Demein!

Des Rätsels Lösung steckt wie immer im Detail: Während in Deutschland der Preis per MB angegeben, aber nach angefangenen 10kB-Blöcken abgerechnet wird (die sog. “Taktung”), wird er im Ausland nach 100kB-Blöcken abgerechnet. Der mündige Verbraucher soll dann offenbar von selbst (z.B. über seine horrende Rechnung) herausfinden, ein fehlender Hinweis auf die Taktung eine 100kB-Taktung bedeutet.

Und wenn dann das Handy mal eben auch nur 1kB herunterlädt, ist gleich schon wieder ein Nickel fällig. 😥

*den konnte ich mir nicht verkneifen

Foto-WennDann Nummer 2: Lichtstärke [WD2]

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Jun 152010
 

Zweite Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:

Wenn man reinzoomt, dann geht die Blende nicht mehr so weit auf.

Sie sind hier gelandet, weil beim hineinzoomen ins Bild ein roter Strich auf dem Blendenregler erschienen ist, und Sie nicht mehr den Regler in diesen Bereich ziehen konnten.

Das hat etwas mit der “Lichtstärke” eines Objektivs zu tun. Die sagt aus, wie weit man die Blende eines Objektivs maximal öffnen kann, wieviel Licht also maximal durch das Objektiv gelangen kann. Ein typischer Wert ist f1:4, sehr gute Werte sind f1:2.8 oder sogar f1:1.4. Kleine Werte = große Blende = große Öffnung.

Bei Zoomobjektiven hat man nun das Problem, dass diese Zahl immer die maximale Blende bei einer bestimmten Brennweite bezeichnet. Typischerweise werden Anfangs- und Endlichtstärke angegeben. Bei einem 18-200mm-Objektiv mit f=3.5 – 6.3 heißt das: Im Weitwinkel kann man mit Blende 3.5 fotografieren, im Zoom aber nur noch mit maximal Blende 6.3. Das lässt nur noch bei hellem Tageslicht genug Licht in die Kamera. Ansonsten müssen Sie länger belichten, und verwackeln unter Umständen das Bild.

Damit aber nicht genug: Die Blende ist auch für die Bildgestaltung verantwortlich. Je offener die Blende, desto mehr verschwimmt der Bildhintergrund. Das ist ein wichtiges Gestaltungsmittel, um den Vordergrund hervorzuheben und den Blick zu lenken. Wenn man die Blende aber gar nicht mehr weiter aufmachen kann, muss man auf diese Gestaltungsmöglichkeit verzichten.

Wenn man die Blende weiter aufmachen möchte, dann kann man …

  • näher ans Motiv gehen, und wieder aus dem Bild herauszoomen. Das verändert aber auch die Bildperspektive.
  • ein anderes Objektiv nehmen. Lichtstarke Zoomobjektive sind zwar sehr teuer, aber es gibt Alternativen: Beispielsweise gibt es Foto-Sets mit einem 18-55mm / f:3.5-5.6 und einem 55-200mm / f:3.5-6.3-Objektiv. Welches der Objektive nimmt man da wohl bei 55mm? 🙄
Jun 142010
 

Erste Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:

Wenn man reinzoomt, dann wackelt es eher.

Sie sind hier gelandet, weil das Bild zu wackeln angefangen hat. Das kommt häufig vor, wenn man in das Bild “hineinzoomt”, also die Brennweite erhöht, um einen Bildausschnitt zu vergrößern.

Da spielen leider zwei Effekte hinein, die beide gegen einen arbeiten:

  1. Bei einer langen Brennweite (Teleobjektiv) bewirkt jede kleinste Bewegung der Kamera eine viel größere Veränderung des Bildausschnitts als im Weitwinkel-Bereich. Wackeln wirkt sich also viel mehr aus.
  2. Bei den meisten Objektiven nimmt die Lichtstärke bei zunehmender Brennweite ab. Konkret wird das Objektiv-“Rohr” länger, und es kommt deshalb weniger Licht durch.*

In der Simulation sieht man letzteres daran, dass im Blendenregler ein roter Strich erscheint – man kann im Telebereich die Blende nicht mehr weit genug öffnen. Mehr dazu hier.

Wenn also nicht mehr so viel Licht auf einmal auf den Kamera-Sensor fällt, muss man eben länger belichten. In der Simulation geht deshalb die Belichtungszeit nach oben. Und wenn man länger belichtet, ist die Chance größer, dass man während dieser Zeit wackelt. Eine Faustregel besagt, dass man den Umkehrbruch der Brennweite “noch halten” kann: 1/200 sec bei 200mm, 1/60 sec bei 60mm etc.

Wenn es wackelt, dann kann man …

  • den Bildstabilisator einschalten: Das ist aber kein Allheilmittel, kann aber 1-2 Belichtungsstufen Vorteil bringen. Bei 200mm Brennweite kann man dann eben auch 1/100 oder 1/50 sec evtl. noch aus der Hand ohne Wackeln belichten
  • gleich ein Stativ nehmen. Das wackelt so gut wie gar nicht. Dann aber den Stabilisator ausschalten, und evtl. einen Fernauslöser verwenden, um die Kamera nicht berühren zu müssen!
  • ein anderes Objektiv verwenden, welches bei der gewünschten Brennweite mehr Licht durchlässt. Lichtstarke Teleobjektive sind aber sehr teuer
  • näher ans Motiv gehen, und wieder herauszoomen. Das Motiv ist dann genauso groß im Bild, aber man kann evtl. eine größere Blende wählen, und kurze Brennweiten sind auch nicht so wackelgefährdet. Leider ändert sich dadurch aber die Perspektive (das Verhältnis von Vorder- und Hintergrund).

Die letzte Maßnahme können Sie im Simulator testen: Stellen Sie Brennweite und Entfernung jeweils in die Mitte, klicken sie dann “Motivgröße konstant” an, und verschieben Sie einen der beiden Regler.

* Das stimmt zwar nur bedingt bis gar nicht, hilft aber als Eselsbrücke

Jun 142010
 

Liebe Leser*, wir feiern** im Blog eine neue permante Seite: Das “Foto-WennDann“-Erklär-Dingenskirchen. Ziel des Ganzen ist die Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen allen möglichen Parametern beim Fotografieren: Blende, Belichtung, Abstand, Perspektive, Licht etc.

Das Foto-WennDann* soll nur der Anfang sein. Um die Komplexität ein wenig zu reduzieren, sind Artikel im Blog geplant, die einzelne Zusammenhänge gezielt erläutern. Bereits realisiert ist auch eine Verlinkung mit dem interaktiven Teil: Wenn man dort einen Parameter ändert, wird künftig immer häufiger mal rechts unten bei “Foto-WennDann” der eine oder andere Link zu einem Artikel erscheinen. Dieser erklärt dann, was man denn da gerade macht.

Wenn ich die Zeit dazu finde.

* Pluralis optimisticus
** Euphemismus
*** Blöder Name, aber Google findet da noch nix – siehe auch hier

Jun 092010
 

Endlich mal was Nützliches: Ein Link, mit dem Leute, die nichts mit Facebook zu tun haben, sich von Facebook abmelden können.

Wie das? Facebook hat ja bekanntermaßen auch E-Mail-Adressen gespeichert und verwendet, die nicht direkt den Facebook-Benutzern zuzuordnen sind. Zu diesem Zweck verlockt Facebook seine Benutzer mit “Komfortfunktionen” dazu, ihre Mail-Adressbücher auf Facebook hochzuladen, um diese dann anderweitig zu verwursten.

Als potenzielles Opfer dieser Praxis (also generell alle Nicht-Facebook-Nutzer) kann man sich unter diesem Link abmelden – ohne jemals angemeldet gewesen zu sein. Aber dadurch hinterlässt man natürlich seine Mail-Adresse bei Facebook – die müssen ja wissen, wer nicht unwillentlich seine E-Mail missbraucht sehen möchte.

HALLO? GEHT’S NOCH GUT???

Ich muss mich bei einem Dienst abmelden, mit dem ich nichts zu tun habe? Ich hätte eine einfachere Lösung: Warum löscht Facebook nicht einfach (unter Aufsicht) alle Mail-Adressen, die nicht explizit von deren Benutzern angemeldet wurden – letzteres möglichst mit einem Double-Opt-In?* Kann es sein, dass Facebook die freiwillig und unfreiwillig abgegebenen Adressen nicht unterscheiden kann?

Apropos Double-Opt-in-und-out: Die Abmeldung erfordert ebenfalls keine Verifizierung bzw. Zustimmung des Mailbox-Besitzers. Hiermit seien alle aufgerufen, beliebige E-Mail-Adressen unter obigem Link einzugeben. Mal schauen, was passiert. 👿

* Zur Erklärung: Endgültige An- oder Abmeldung erfolgt erst, nachdem der rechtmäßige Besitzer der Adresse auf eine Bestätigungsmail in seiner Mailbox reagiert hat.

Musiktipp

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Jun 082010
 

Heute mal ein Klassiker:

Michael Longo – “Like a Thief in The Night”

(Tja, solange ich “basic multitasking for the sophisticated male individual” beherrsche und während der Arbeit Musik hören kann …)

Viele Nullen im Ausland

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Jun 082010
 

Hurra, mir ist das Thema von gestern wieder eingefallen!

Ja, dies ist wirklich ein Beitrag über die Urlaubszeit, wie der Titel schon vermuten lässt. Anlass ist aber nicht (wie so oft) das Benehmen der Deutschen im Urlaub, sondern ein Zitat aus der aktuellen c’t (auch Nerd’s Review) 13/2010, Seite 110, welches ob seiner Monstrosität einer genüsslichen, langatmigen Ausarbeitung bedarf.

Da steht so ganz nebenbei zu lesen:

Wer 2 Gigabyte herunterlädt, muss dafür also so viel bezahlen wie für ein Einfamilienhaus in ordentlicher Lage.*

Das ist leider nicht so einprägsam wie “SURFEN MACHT ARM”, aber das Ergebnis ist dasselbe. Und das kommt so:

Im Ausland, dem außereuropäischen besonders, kann die Übertragung von Daten per Mobilfunk richtig teuer werden. Da ist es gut, wenn man seine Nullen im Griff hat. Das angeführte Rechenbeispiel geht von einem (real existierenden) Tarif aus, der außerhalb der EU “0,16 € pro kB” verlangt. Viele Altverträge haben übrigens ähnliche Preise, die noch aus Zeiten vor iPhone & Co. stammen und nicht automatisch angepasst werden.

Das heißt: 16 Cent pro Kilobyte. 1 Kilobyte sind 1024 Byte, das klingt nach viel, ist es aber nicht. 1 Megabyte sind über eine Million Byte, das klingt nach viel – ist es aber auch nicht wirklich. 1 Gigabyte sind eine Milliarde Byte: Das ist viel! Viel Geld! Vergleichen Sie selbst (mit Faktor 1000 statt 1024):

1 kurze E-Mail: 2 kB = 32 Cent = 0,32 €
1 normale Webseite: 200 kB = 3.200 Cent = 32 €
10 Webseiten: 2 MB =  32.000 Cent = 320 €
1 Youtube-Video mit 3 Minuten: 12 MB = 192.000 Cent = 1.920 €
1 Kinofilm anschauen: 1 GB =
16.000.000.000 Cent = 160.000.000 €
Mein monatlicher Datentransfer: 12 GB = 1.920.000.000 € (1,9 Mio €)

Man stelle sich mal den einsamen iPhone-Besitzer an der Hotelbar in Bali vor, wie er versucht, einer scharfen Braut mit Hilfe eines Lena-Videos von Youtube (12MB) klarzumachen, aus was für einem tollen Land er kommt. Tipp: iPhone stecken lassen, eine Flasche Wöff Klicko kaufen. Kommt mit ca. €700 deutlich billiger.

Eine gute Seite hat das Ganze jedoch: Laden Sie im Fernurlaub so viele Musikstücke illegal herunter, wie Sie können. Die Urheberrechtsverletzung wird Ihr kleinstes Problem sein 👿 .

* Wo kommt die Zeitschrift raus? Hannover? Das erklärt den lächerlichen Preis für die “ordentliche Lage”

Musiktipp

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May 282010
 

… heute mal ein Musiktipp

The Lafayette Afro Rock Band – “Malik”

Meine Empfehlung: play loud! (and proud) … und “HARHAR – Viel Spass beim Suchen. ”
In diesem Zusammenhang erlaube ich mir, auf den Dilbert vom gestrigen 27.05. hinzuweisen.

Not fake, still funny road sign

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May 142010
 

Für die Freunde der gepflegten, Sinn-spendenden oder -entstellenden, und in diesem Fall fehlenden Kommasetzung*:

Gefunden in Tübingen

Die armen Hausbewohner

Nach einem kurzen Zögern hab ich dann den Privatweg genommen – in der Gewissheit, dass dies nicht auf eigene Gefahr geschieht. An der Stelle würde ich mir gerne mal das Bein brechen** und dann schauen, wer seine Grammatik beherrscht.

* vulgo: Klugscheißer
** natürlich nur für die Wissenschaft