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	<title>Meine Domain war schon weg &#187; (Embedded) Linux</title>
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	<description>Blog für Entscheidungshelden, Übersprungshändler und Zuspätgekommene</description>
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		<title>Festplatte vergrößern, Windows XP verschieben</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 21:59:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Procrastinator</dc:creator>
				<category><![CDATA[(Embedded) Linux]]></category>
		<category><![CDATA[Lebenshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Technik einfach]]></category>
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		<description><![CDATA[Es kommt der Tag im Lebens eines jeden Mannes (und mancher Frau), an dem die Platte zu klein wird. Ich rede nicht metaphorisch über Haarausfall (da wird sie größer), und auch nicht über den Morbus Alzheimer. Eher über den Morbus Alzeymer (Gag für Insider). Aber da wird ja eher das Raid zu klein. Klar, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kommt der Tag im Lebens eines jeden Mannes (und mancher Frau), an dem die Platte zu klein wird. Ich rede nicht metaphorisch über Haarausfall (da wird sie größer), und auch nicht über den Morbus Alzheimer. Eher über den Morbus Alzeymer (Gag für Insider). Aber da wird ja eher das Raid zu klein.</p>
<p>Klar, die Festplatte ist zu klein, und muss gegen eine größere getauscht werden. So auch bei meinem Geschäftsnotebook, einem Lenovo T61 &#8220;Self-Terminator&#8221;. Wie macht man das aber, ohne das Betriebssystem (hier: Windows XP Pro) neu installieren zu müssen? Hier eine kleine Anleitung, gespickt mit Erfahrungen der geschätzten 30 Übertragungen dieser Art, die ich bereits hinter mir habe.</p>
<p>Alle haben eines gemein: Es gibt immer ein unerwartetes Problem. Immer! Aus &#8220;mal eben&#8221; werden mindestens drei Tage. Dazu später mehr. Und: Ich übernehme keinerlei Verantwortung für Schäden, die durch meine Tipps entstehen. Immer ein Backup machen! Fettarm essen!</p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Vorgehensweise</h3>
<p>Um das Betriebssystem von einer Platte auf die andere zu bringen, gibt es zwei Wege, die im Prinzip äquivalent sind:</p>
<ul>
<li>Beide Platten gleichzeitig am Rechner anschließen, und System 1:1 übertragen. Mein Favorit, da es am schnellsten und problemlosesten geht. Diese Variante beschreibe ich auch hier.</li>
<li>Variante 2: Image der alten Platte auf ein Medium (Netzlaufwerk, externe Festplatte, CD/DVD) machen, neue Platte einbauen, Image zurückspielen. Neben dem zusätzlichen Aufwand an Zeit und Medien gibt es in der Regel auch immer ein Treiberproblem, um wieder an das Image zu kommen.</li>
</ul>
<p>Der Vorteil ist immer, dass man auf jeden Fall über die alte Platte als Backup verfügt. Deshalb ist alle zu unterlassen, was während der Übertragung irgendwelche Änderungen an der Quellplatte ausführt.</p>
<h3><span id="more-306"></span></h3>
<h3>Schritt 1: Vorbereitung von Windows XP</h3>
<p>Im Idealfall läuft das Windows XP nach der Übertragung ohne Probleme und Veränderungen, weil es eigentlich gar nichts davon mitbekommt, dass es sich auf einer neuen Platte befindet. Es wird die neue Platte zwar als neues Gerät erkannt, aber in der Regel handelt es sich ja um dieselbe Technologie (SATA, IDE oder RAID), so dass meist alles klappt. Trotzdem sind einige Dinge zu bedenken:</p>
<ul>
<li>Wurden Partitionen mit anderen Laufwerksbuchstaben gemappt, dann werden diese beim Neustart des Systems wieder zurückgesetzt. Das kann zu Problemen führen, wenn der reibungslose Systemstart davon abhängt.
<ul>
<li>Bei meinen System liegt das Windows-Swapfile (pagefile.sys) auf einer dedizierten Partition mit dem Laufwerksbuchstaben S:, ebenso das Temp-Verzeichnis. Nach dem Neustart des übertragenen Systems bekommt dieses Laufwerk wieder den Laufwerksbuchstaben D:, E: oder F: (je nach vorhandenen Partitionen). Effekt: Windows startet ohne Swapfile, manche Programme verweigern den Dienst. Perfiderweise auch das Programm zur Zuweisung von Laufwerksbuchstaben &#8211; ein Teufelskreis!<br />
<strong>Abhilfe:</strong> Ich habe immer auch noch auf der Bootpartition C: ein minimales Swapfile von 20-100MB, das reicht. Bei ausreichend RAM kommt es nicht auf die Größe der Auslagerungsdatei an, sondern nur darauf, dass überhaupt eine vorhanden ist.</li>
<li>Beispiel 2: Ein Imaging-Programm kam mit den neuen Laufwerksbuchstaben nicht zurecht. Da es einen hardwarenahen Treiber installiert hatte, ist beim Booten der neuen Platte sofort der Rechner abgestürzt &#8211; mit Bluescreen. In solchen Fällen hilft nur, das betreffende Programm vor der Übertragung zu deinstallieren, und nachher wieder zu installieren.</li>
</ul>
</li>
<li>System sauber runterfahren. Ich habe auch schon den Fehler gemacht, dass Windows XP vor der Übertragung auf die neue Platte nur im Ruhezustand war. Da ist eine Katastrophe geradezu unvermeidlich.
<ul>
<li>Das deutet schon an: Ich halte absolut gar nichts von Tools, die unter laufendem Windows die Platte clonen. Also muss etwas her, was von einem anderen Medium gestartet wird. Windows PE bietet sich an, Linux (mit dem hab ich keine Erfahrungen), oder &#8230; DOS. Ja, das gute alte DOS ist da mein Favorit.</li>
</ul>
</li>
<li>Man kann an dieser Stelle auch schon einen Master Boot Record auf die neue Platte schreiben, siehe Schritt 5.</li>
</ul>
<h3>Schritt 2: Hardware</h3>
<p>Am einfachsten und schnellsten geht die Übertragung, wenn beide Platten intern am SATA, IDE, oder SCSI-Controller hängen. Meine 90GB Daten und System waren in ca. einer Stunde übertragen. Wenn man dasselbe über das Netz oder per USB erreichen will, kann man die Wartezeit in Tagen statt in Stunden messen. Ein wenig Aufwand lohnt sich, um dies besonders bei Notebooks zu erreichen, die in der Regel nur einen Schacht für Festplatten haben.</p>
<ul>
<li>Beim T61 gibt es ein Modul für den &#8220;Ultrabay&#8221;-Schacht, mit dem eine zweite Platte dort per SATA angeschlossen werden kann, wo normalerweise das DVD-Laufwerk sitzt. Bei meinen Toshiba S3000 (Baujahr 2001) gibt es ebenfalls einen Einschub für eine zweite PATA-Platte. Auch ein eSATA-Gehäuse ist ein gangbarer Weg, sofern ein eSATA-Port vom Rechner-BIOS unterstützt wird. Hauptsache kein USB!</li>
<li>Alternativ weicht man auf einen Rechner mit o.g. Ausstattung aus. Die Übertragung muss nicht unbedingt in dem Rechner stattfinden, in dem die Platte später betrieben wird. Notfalls braucht man Adapter (von Conrad, Reichelt etc.), um 2,5&#8243;-Platten in Desktop-Rechnern anzuschließen.</li>
<li>Beide Platten müssen vom BIOS erkannt werden. In der Regel erkennt man das daran, dass man von den Platten auch booten könnte (es aber nicht tut).</li>
<li>Unschlüssig bin ich mir noch über den AHCI-Modus. Moderne SATA-Platten können ja in diesem Modus betrieben werden, um Geschindigkeitsvorteile (durch NCQ) zu erzielen. Normalerweise sollte man eine Platte, die im AHCI-Modus betrieben wird, auch ohne AHCI kopieren können, weil das die Datenstruktur auf der Platte nicht beeinflusst. Wenn also unter DOS (meine Methode) die Platten nicht oder falsch erkannt werden, kann man auch versuchen, AHCI für den Kopiervorgang im BIOS auszuschalten
<ul>
<li>Nicht vergessen, es von dem Start der kopierten Systems wieder einzuschalten</li>
<li>Bei mir hat auch die Kopie mit eingeschaltetem AHCI einwandfrei geklappt</li>
</ul>
</li>
</ul>
<h3>Schritt 3: Software</h3>
<p>Bei mir kommt, wie gesagt, eine DOS-Software zum Einsatz: Norton Ghost in der Version 7.5. Das Programm ist aktuell genug (von 2002), um auch die Datenstrukturen von Windows XP zu kennen. Gleichzeitig ist die Software doof genug, um nicht durch &#8220;Eigenintelligenz&#8221; einem das Leben schwer zu machen. Ghost greift über Standard-BIOS/DOS-Funktionen auf die Sektoren der Festplatte zu. Wenn das BIOS also die Platte erkennt, kann Ghost sie auch kopieren. Zu meiner Verwunderung kommt Ghost 7.5 auf diese Weise selbst mit aktuellen 1,5-TB-Platten zurecht.</p>
<p>Ghost ist ein paar hundert kB groß und läuft unter DOS. Ich verwende das DOS von Windows 98, und zwar die Minimalvariante (MSDOS.SYS, IO.SYS, COMMAND.COM). Da die meisten Rechner keine Diskettenlaufwerke mehr haben, und meist die Festplattencontroller durch die beiden zu kopierenden Platten belegt sind, boote ich in der Regel entweder von USB-Stick. Neuerdings kommt auch die eleganteste Variante zum Einsatz: Das Image einer DOS-Diskette wird per PXE über das Netzwerk gebootet. Das Image liegt auf meiner Fritzbox, auf der das Programm &#8220;<em>dnsmasq</em>&#8221; einen sogenannten &#8220;<em>tftp</em>&#8220;-Server zur Verfügung stellt. Dazu demnächst mehr in der Rubrik &#8220;Embedded Linux&#8221;.</p>
<h3>Schritt 4. Übertragung</h3>
<p>Egal, wie man bootet, am Ende sieht man die DOS-Eingabeaufforderung auf dem Bildschirm, von der aus man <em>ghost.exe</em> starten kann. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit &#8211; wenn Ghost startet und die Platten erkennt, hat man schon fast gewonnen. Wenn nicht, dann sucht man sich am besten einen anderen Rechner, um die Übertragung vorzunehmen. Rumprobieren mit Treibern unter DOS, oder mit den BIOS-Einstellungen lohnt sich nicht, allenfalls eine Installation von EMM-/XMS-Speicher unter DOS kann nützlich sein &#8211; wenn man noch weiß, wie es geht. Auf dem T61 jedenfalls startet Ghost ohne Probleme und ohne Zusätze aus einem nackten DOS.</p>
<p>Der Rest ist Peanuts: &#8220;Copy&#8221; &#8211; &#8220;From Disk&#8221; &#8211; &#8220;To Disk&#8221; wählen, die richtige Platte als Quelle und Ziel auswählen (MEHRFACH PRÜFEN!). Jetzt erscheint ein Dialog, in dem man die Partitionsgrößen anpassen kann. Ich nutze in der Regel die Gelegenheit, die vorgeschlagenen Werte abzuändern. Wenn am Ende noch Sektoren übrig bleiben, gibt man einfach einen Zahl wie &#8220;1.000.000&#8243; bei einer Partition ein, Ghost weißt dann einfach die restlichen Sektoren zu.</p>
<p>Beim T61 gab es damit aber ein Problem, weil das interne &#8220;Rescue and Recovery&#8221;-System als spezielle Partition am Ende der Platte liegt. Als ich auf die beschriebene Weise die restlichen Sektoren meiner Datenpartition zugeschlagen hatte, gab es eine Fehlermeldung und einen Abbruch bei der Übertragung der R&amp;R-Partition. Also habe nochmals ich die Sektoren von Hand sorgfältig verteilt, und sogar noch ein wenig Platz auf der Platte freigelassen &#8211; dann ging es.</p>
<p>Nach dem Verteilen nochmals genau prüfen, dass man in die richtige Richtung kopiert, und dann den Kopiervorgang bestätigen. Die Geschwindigkeit lag beim T61 bei ca. 1GB / Minute, das ist aber BIOS-abhängig. Nach etwas mehr als einer Stunde war der Vorgang erledigt, Ghost meldete Vollzug und wollte den Rechner neu starten.</p>
<h3>Schritt 5: Neustart und Nacharbeiten</h3>
<p><strong>Wichtig:</strong> <em>Vor dem Neustart die alte, kleinere Originalplatte ausbauen!</em> Man sollte auf jeden Fall vermeiden, ein Windows XP von einer der Platten zu starten, solange beide Platten angeschlossen sind. Man hat sonst keinen Einfluß mehr darauf, auf welche Partitionen Windows zugreift &#8211; Datenmüll auf beiden Platten könnte die Folge sein.</p>
<p>Also: Wenn nur noch die neue, größere Platte angeschlossen ist, den Rechner neu booten. Wer Glück hat, bei dem läuft nun (fast) alles schon. Beim T61 hingegen erschien nur ein blinkender Cursor auf dem Bildschirm. Ursache: Auf der neuen Platte befand sich noch kein Master Boot Record (MBR). Den braucht das BIOS, um die aktive Partition der Platte zu finden und zu booten.</p>
<p>Also von einer Windows XP-Installations-CD gebootet, Wiederherstellungskonsole gestartet &#8211; und blöde geglotzt. Fragt das Ding doch nach dem Administrator-Password des installierten Windows, aber leider ist es ein Firmenrechner, und der Admin hat schon Feierabend. Ansonsten kann man von der Konsole aus mit &#8220;fixmbr&#8221; den MBR neu schreiben.</p>
<p>Meine Alternative: Wieder ins DOS gebootet, dort <em>&#8220;fdisk.exe /mbr&#8221;</em> aufgerufen (das Programm muss natürlich auf dem DOS-Medium sein). Danach bootet die Platte das kopierte Windows XP, also sei nichts gewesen. Oder nicht ganz, denn bei mir vermissten einige Programm beispielsweise das Laufwerk S: (siehe oben). Nach dem Start wird die neue Platte übrigens als neues Gerät erkannt, aber das ist nur eine Formalität. Bevor ich den obligatorischen Neustart vollführe, prüfe ich in der Regel gleich noch die Zuordnung der Laufwerksbuchstaben, und korrigiere diese gleich.</p>
<p>Nach dem erneuten Neustart ist dann alles bei Alten &#8211; hoffentlich.</p>
<p>Nachmachen auf eigene Gefahr, alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. You have been warned!</p>
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		<title>Linux &#8211; aber nicht für den Desktop</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 20:11:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Procrastinator</dc:creator>
				<category><![CDATA[(Embedded) Linux]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieser Artikel leitet eine neue Kategorie ein, die mir sehr am Herzen liegt &#8211; (Embedded) Linux. In loser Folge erscheinen hier meine Erfahrungen mit dem Open-Source-Betriebssystem, wie es mir halt so in die Quere oder unter die Finger kommt. Merke: Mein Produktivsystem ist und bleibt Windows XP, schon deshalb, weil es auf meinem Arbeitscomputer installiert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Artikel leitet eine neue Kategorie ein, die mir sehr am Herzen liegt &#8211; (Embedded) Linux. In loser Folge erscheinen hier meine Erfahrungen mit dem Open-Source-Betriebssystem, wie es mir halt so in die Quere oder unter die Finger kommt. Merke: Mein Produktivsystem ist und bleibt Windows XP, schon deshalb, weil es auf meinem Arbeitscomputer installiert ist. Berührungspunkte gibt es dennoch:</p>
<ul>
<li>Meine Fritzbox 7170 (Router und Telefonanlage) fährt ein Embedded Linux (Busybox)</li>
<li>Desgleichen mein NAS mit Medienserver (ebenfalls eine Busybox)</li>
<li>Und natürlich alle möglichen Webserver (beruflich), die unter verschiedensten Linuxen laufen</li>
</ul>
<p>Gerade deshalb, oh Ihr Windows-Ungläubigen, lasst es Euch gesagt sein: Linux ist für Normalsterbliche, Nichtinformatiker und Nervenschwache kein Deskop-Betriebssystem! Basta!</p>
<p><span id="more-44"></span>Grund dieser Grundsatzrede ist die immer wieder gehörte Aussage <em>&#8220;Ich überleg mir ernsthaft, ob ich nicht auf Linux umsteige. Soll ja viel besser sein als Windows [insert version here]&#8220;</em>. <strong>IST ES NICHT</strong>. Das will ich hier ein für allemal dar- und belegen, und dann hab ich meine Ruhe &#8211; bin Windows 7 raus ist.</p>
<p>Der wichtigste Grund: Der Linux-Kernel (das innerste Grundsystem eines jeden Linux) kommt alle paar Monate in einer neuen, verbesserten Version heraus. Alle Subsysteme, die darauf basieren, müssen aber auf diesen Kernel abgestimmt sein. Nebenbei: Die Versionsnummern sind reines Blendwerk. Der Kernel steht seit Jahren bei Version 2.6.irgendwas, aber &#8220;irgendwas&#8221; umfasst buchstäblich die Erfindung von Rad, Feuer und Toastbrot.</p>
<p>Zurück zum Kernel: Das ganze System muss also auf den Kernel abgestimmt sein, d.h. ein Update des Kernels (wegen der Sicherheit oder neuer Funktionen) zieht einen Rattenschwanz von anderen Updates nach sich. Genauso kann es sein, dass Programm(-version) X eine Funktion von Kernel Y verlangt &#8211; und wieder ist ein Update des Kernels, und dann vieler anderer Systeme angesagt. Aus dem Grunde gibt es ausgefeilte &#8220;Paketverwaltungen&#8221;, die die sogenannten &#8220;Abhängigkeiten&#8221; beachten und dafür sorgen, dass alles mit allem läuft &#8211; theoretisch. Das alles ist dann noch hübsch in einer &#8220;Distribution&#8221; verpackt, in der selbstlose Leute wie die Suse oder Herr Ubuntu noch gefällige Verwaltungsprogramme beilegen, um das alles handhabbar zu machen. Die sorgen dann auch dafür, dass die gängisten Anwendungen für die Distribution Z vorbereitet werden, so dass sie problemlos laufen.</p>
<p>&#8220;Wo ist dann das Problem&#8221; mag man sich fragen? Das fängt an, sobald man den Pfad verlässt, den die Distibutionen einem vorgeben. Eine Anwendung liegt nicht für Suse- (Ubuntu-, Fedora-, Red Rat-, you name it-) Linux vor? Man will die neueste Version? Dann muss man es für sein System &#8220;kompilieren&#8221;, stellt dabei fest, dass man einen anderen Kernel braucht, der aber auch kompiliert werden muss. Mit dem laufen aber alte Hardwaretreiber nicht mehr, die muss man dann auch kompilieren, und die sind dann nicht auf den neuen Kernel angepasst, und so weiter.</p>
<p>Beispiel aus der Praxis: Altes Notebook unter Linux als Webcam-Server. Braucht das Linux-Grundsystem, Webcam-Software, WLAN-Treiber und den Treiber für die Webcam. Nach 2 Tagen Recherche fällt die Wahl auf Ubuntu, weil nur das alle Komponenten überhaupt enthält. Das aktuelle Ubuntu 9 wird installiert, die Webcam zeigt ein grünes Bild. Alternativer Hardwaretreiber soll das regeln. Kompilierung scheitert, System ist zu neu. Nach vergeblichen Korrekturversuchen Platte gelöscht und Ubuntu 8 installiert, gleiches Problem. Unter Ubuntu 7 kompiliert der Webcam-Treiber, aber die WLAN-Karte läuft nicht &#8211; ist zu neu. Erst mit einer alten WLAN-Karte geht es, allerdings nur mit schwacher Verschlüsselung.</p>
<p>Ergebnis: Der Webcam-Server läuft, ist aber nun ein altes, unsicheres Linux, ohne Updatemöglichkeit, und das WLAN ist schwach verschlüsselt. Das erinnert mich an ein anderes, noch älteres Notebook, das läuft bei mir ebenfalls als Webcam-Server &#8211; unter Windows 98SE. Das Ergebnis ist im Endeffekt dasselbe, aber die Installation hat 2 Stunden statt 2 Wochen gedauert.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel: Man muss nur einmal versuchen, eine MySQL-Datenbank in der Version 3, 4 UND 5 gleichzeitig unter Linux laufen zu lassen. Unter Windows XP ist das kein Problem, unter Linux schlicht unmöglich.</p>
<p>Fazit: Die theoretischen Freiheiten unter Linux wirken sich in der Praxis für alle, die nicht viel Zeit und ein Informatikstudium mitbringen, in einer brutalen Entmündigung aus. Die Distributionen bestimmen, welche Programme man wann in welcher Version installieren darf. Das würde man eher MS zutrauen, nicht?</p>
<p>Ironie am Rande: Die einzige Firma, die ein einfach zu handhabendes ***x vertreibt, lässt sich das fürstlich bezahlen &#8211; Apple.</p>
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