Archive for category Professionalism
Wenn Verlagsleute Werbung machen
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism on 14. May 2011
Euer Fachblog für Gesundheit und Körperpflege warnt:
Achtung Quereinsteiger!

Ich will Zahncreme-Verleger werden
Eine Zahnpasta-Auflage? Einem Buch(-handels)-affinen Menschen gehen da natürlich sofort ein paar Gedanken durch den Kopf.
Schaut bitte mal nach, welche Auflage Eurer Zahncreme Ihr verwendet. Wenn es die Erstauflage oder gar eine limitierte sein sollte, auf keinen Fall auf die Zähne bürsten, sondern sammeln! Sowas ist mal einen Haufen Geld wert.
Ich mache mir hingegen Sorgen, ob die aktuelle Auflage meiner Zahncreme demnächst vergriffen sein wird. “Der Zahncreme-Verlag plant aber eine Neuauflage”, wird es dann heißen – vielleicht als Taschentube?
Ich lass mich einfach vom Herbstprogramm überraschen. Notfalls kann ich meine Zahnpasta ja auch antiquarisch erwerben.
Ramsauer senkt die Schwelle für den Führerscheinentzug auf 10 Punkte
Posted by Procrastinator in Professionalism, Spiessertum, Zeitgeschehen on 30. April 2011
Sehr geehrter Dr. Ramsauer,
der Presse entnehme ich heute, dass Sie sich für eine Anhebung der Punkteschwelle für den Führerscheinentzug von 18 auf 20 Punkte ausgesprochen haben bzw. diese erwägen. Korrigieren Sie mich, wenn dies nicht stimmen sollte – die Presse schreibt viel.
Sollten diese Berichte aber wahr sein, so bitte ich Sie, mir als Ihrem Arbeitgeber (Wähler/Bürger) den Sinn genau dieses Vorschlags zu erläutern. Von selbst komme ich leider nicht darauf, was das bringen soll.
Als (Firmenwagen-) Fahrer mit 35.000 km/Jahr und 3 (natürlich unverdienten!
) Punkten in Flensburg war ich bisher der Meinung, dass 18 Punkte nur von Unverbesserlichen zu erreichen sind. Eine Haltung wie “wenn man viel fährt, kann man eben Punkte gar nicht vermeiden” konnte ich noch nie nachvollziehen, zumindest nicht bei 18 Punkten. Auch ich komme meist pünktlich in meine Termine, ohne gewohnheitsmäßiges Rasen. Wenn ich bei meiner Annahme falsch liegen sollte, wäre ich über bessere Informationen dankbar.
Ob hinter der Ansammlung von 18 oder mehr Punkten nun eine vorsätzliche Mißachtung der Verkehrsregeln, notorische Unachtsamkeit, miserable Fahrkünste, ein Suchtproblem oder andere Motive stehen, kann ich nicht beurteilen. Alle Motive, die mir einfallen, stellen jedoch eine – wiederholte! – Gefährdung des Straßenverkehrs dar, und rechtfertigen in meinen Augen einen Führerscheinentzug. Zudem dieser ja auch nicht aus heiterem Himmel kommt, sondern mit langer Vorwarnzeit und der Möglichkeit zum einem Punkteabbau.
Vor diesem Hintergrund kann ich nur Mutmaßungen anstellen, was eine solch marginale Erhöhung der Schwelle von 18 auf 20 Punkte bewirken soll. Eine Vermutung: Sie wollen in der Öffentlichkeit ein Signal setzen. Welche Wirkung Sie da erzielt haben, zeigt mein Schreiben. Ansonsten kann ich nur vermuten, dass Sie in Ihrem engeren oder weiteren Bekanntenkreis jemanden kennen, der gerade bei 15, 16 oder 17 Punkten steht, keine Lust auf Nachschulungen hat, und sich von Ihnen einen Freischuss wünscht. Aber damit gehen die Spekulationen schon zu weit – genausogut könnte ich vermuten, es handele sich um Ihren eigenen Fahrer.
Unter dem Eindruck dieser Überlegungen möchte ich Sie bitten, mir dies alles zu erklären, oder sich meine Forderung zu eigen zu machen, die Schwelle von 18 auf 15 Punkte zu senken. Die öffentliche Wirkung einer solchen Maßnahme wäre deutlich positiver, die faktische Wirkung genauso marginal, da sie auch nur Wiederholungstäter trifft, und ich würde wieder an das Gute im Menschen glauben.
Herzliche Grüße,
I like facebook *not*
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism, Zeitgeschehen on 20. February 2011
Lieber Herr

Zuckerberg
folgendes ließen Sie mir neulich mitteilen:
Ich glaube, ich schaffe das auch so.
1000 Verarschungen zum Einkaufspreis
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism, Technik einfach, Zeitgeschehen on 15. January 2011
Welcome back!
Achtung, jetzt kommt eine Zahlenwüste!
An dieser Stelle fragt sich heute ein Konsument, warum/ob nicht schon ein tapferer Verbraucherverband die aktuelle MediaMarkt-Kampagne “1000 Artikel zum Einkaufspreis” abgemahnt hat. Meiner Meinung nach ist das entweder eine faustdicke Lüge, oder die Media-Markt-Einkäufer sind rattenschlecht. Urteilt selbst.* Vorab noch: Hier geht es nicht um Winzbeträge, sondern um Differenzen im zig-%-Bereich!
Die Vorgeschichte: Diverse Vorkommnisse elektronischer Art haben mir in letzter Zeit bewiesen, dass diejenigen bescheuert sind, die elektronische Geräte vor Weihnachten kaufen. Nach Weihnachten stehen regelmäßig die Saturns und Mediamärkte mit Schnäppchen voll, für die vor Weihnachten eigens die Preise angeboben wurden. Die Internet-Preise sind da ein guter Maßstab, weil sie eher einem transparenten Wettbewerb entspringen.
Beispiel: Gerät A** ist im Internet für (wenigstens) 369,- zu haben, das etwas kleinere Modell immer noch für 269,-. Als Saturn es für 199,- bewirbt, kann man getrost zuschlagen. Gerät B** kostet im Internet mindestens 329,-, bei Media Markt im Einkaufspreis 282,uepz***. Da nimmt man denen sogar den “Einkaufspreis” ab – besonders angesichts der Tatsache, dass der reguläre Preis bei MM (“so macht man billig”) stolze 449,- beträgt.
Aktuell nun Gerät C** für 244,uepz im Einkaufspreis. Ein Schnäppchen angesichts der regulären Auszeichnung des Gerätes mit 399,- im Regal nebenan. Mag man meinen. Hätte man das Gerät nicht vor 2 Tagen bei einem anderen Mediamarkt, keine 30km entfernt, zufällig in einer “Aktion” für einen “Verkaufspreis” von 199,- (regulär: 299,-) gesehen.
Wie niedrig der Einkaufspreis eigentlich sein mag, kann man nach einer Preisrecherche im Internet ahnen. Da wird dasselbe Gerät für ganze 149,- plus Versand feilgeboten. Entweder sollten sich die MM-Einkäufer also einen neuen Job suchen, oder beim “Einkaufspreis” handelt es sich um übermäßiges Anlocken. Eine solche Mischkalkulation aus überteuertem Regulärpreis, echten und vermeintlichen Schnäppchen sorgt zumindest dafür, dass unterm Strich ein Gewinn rauskommt.
Auszeichnungen auf der Homepage: “9,5 billiger als im Internet” und “Händler des Jahres 2010″. Ein Schelm …. Kein Einkauf mehr ohne meinen Anwalt, äh, Preisvergleich im Internet.
“Mediamarkt – die halten mich für blöd”.
* Ich möchte gar nicht erst das Phänomen “morgens beworben, und um 11:00 ist der (einzige) Artikel weg” ansprechen. Ebenso soll dies davon handeln, dass sich Leute von günstigen Preisen zum Kauf eines untauglichen Gerätes verleiten lassen.
** Namen den Redaktion bekannt.
*** uepz = und ein paar Zerquetschte. Nachkommastellen entsprechen der Psychologie des Einkaufspreises, obwohl ich keinen Einkäufer kenne, der nicht gerne runde Einkaufspreise vereinbart.
Warum Twitter nuhr (gequirlte) Kacke ist
Posted by Procrastinator in Professionalism, Spiessertum, Zeitgeschehen on 3. September 2010
Der “Comedian” Dieter Nuhr war bei mir immer in latent hohem Ansehen, was sicherlich teilweise aus meiner Unwissenheit herrührt. Ich schau mir “Comedy” nicht gezielt an. Herr Nuhr hat aber bei den wenigen Begegnungen mit der einen oder anderen schlauen Pointe und seinem verschmitzten Grinsen einen eher positiven Eindruck hinterlassen.
Die Fallhöhe war also nicht unbeträchtlich. Den Absturz hat er nun in meinen Augen hinter sich. Er hat dabei auch gleich noch den Boden der Gleichgültigkeit auf dem Weg in die Tiefen der Verachtung durchschlagen.
Der Grund: Herr Nuhr hat wohl ein “iPhone”. Und Herr Nuhr mehrt sein Ansehen (bzw. ruiniert es – man kann das halt nicht steuern) in den “Social Media”, also im “Web 2.0″. “Herr” Nuhr “twittert”.*
Ich bin ihm dafür überaus dankbar. Sein überaus populäres Engagement (über 60.000 Schäflein) illustriert in idealtypischer Weise alles, was an Twitter falsch ist. Der Soll-Ist-Vergleich legt es an den Tag.
Soll:
Ein Schaffender (Medien-, Entertainment-, Informations-, …) hat Einfälle, Informationen, Materialien. Er prüft, optimiert, bewertet, testet, formuliert, verdichtet, kritisiert, veredelt, verwirft, optimiert sie. Das Ergebnis lässt er mir zuteil werden – gerne auch gegen Geld.
Ist:
N. hat einen Einfall. Er twittert ihn gleich. 60.000 iPhone-Nutzer unterbrechen ihre Tätigkeit.***
Ich habe lange über ein besseren Vergleich nachgedacht, aber rausgekommen ist immer nuhr etwas aus dem Fäkalbereich. Gleichwohl: Twitter kommt mir vor wie ein Darmvirus**, der den Qualitäts-Schließmuskel lahmlegt. Am Ende kommt keine wohlgeformte Pointe zum passenden Zeitpunkt raus, sondern laufend dünnflüssiger Humordurchfall.****
Da gibt es auch eine schöne Grundregel dazu:
Less is more
* Wo, das soll jeder selbst rausfinden, ich werde dahin nicht verlinken. So weit kommt das noch …
** Nein, ich werde hier nicht versuchen, eine “Comedy”-Pointe zu bringen, um mich zum besseren “Comedian” aufzuschwingen. Zumindest hab ich mir diesen Artikel aber lange überlegt.
*** Die Einzige, die hiervon profitiert, ist vermutlich Frau N. Früher hat er ihr wahrscheinlich immer seine “witzischen” Einfälle gleich mitgeteilt. Wer ihm wohl das iPhone geschenkt hat? ![]()
**** vgl. Logorrhoe
Und noch was zum Thema Schärfentiefe
Posted by Procrastinator in Professionalism, Technik einfach on 20. August 2010
Noch ein paar interaktive, gute gemachte Beispiele beim Objektiv-Hersteller Tamron gefunden, als Ergänzung zu meinem eigenen:
Vergleich von Brennweiten: Da sieht man beispielsweise, wie wenig sich zwischen 200mm und 500mm im Vergleich zum Bereich zwischen 18 und 200mm tut.
Simulation von Blendenstufen und Schärfentiefe: Da wundert mich, wie wenig Unschärfe die Simulation bei offener Blende anzeigt. Wenn der Hintergrund näher wäre, könnte man sicherlich die Unterschiede besser sehen.
Foto-WennDann Nummer 1: Wackelpeter [WD1]
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism, Technik einfach on 14. June 2010
Erste Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:
Wenn man reinzoomt, dann wackelt es eher.
Sie sind hier gelandet, weil das Bild zu wackeln angefangen hat. Das kommt häufig vor, wenn man in das Bild “hineinzoomt”, also die Brennweite erhöht, um einen Bildausschnitt zu vergrößern.
Da spielen leider zwei Effekte hinein, die beide gegen einen arbeiten:
- Bei einer langen Brennweite (Teleobjektiv) bewirkt jede kleinste Bewegung der Kamera eine viel größere Veränderung des Bildausschnitts als im Weitwinkel-Bereich. Wackeln wirkt sich also viel mehr aus.
- Bei den meisten Objektiven nimmt die Lichtstärke bei zunehmender Brennweite ab. Konkret wird das Objektiv-”Rohr” länger, und es kommt deshalb weniger Licht durch.*
In der Simulation sieht man letzteres daran, dass im Blendenregler ein roter Strich erscheint – man kann im Telebereich die Blende nicht mehr weit genug öffnen. Mehr dazu hier.
Wenn also nicht mehr so viel Licht auf einmal auf den Kamera-Sensor fällt, muss man eben länger belichten. In der Simulation geht deshalb die Belichtungszeit nach oben. Und wenn man länger belichtet, ist die Chance größer, dass man während dieser Zeit wackelt. Eine Faustregel besagt, dass man den Umkehrbruch der Brennweite “noch halten” kann: 1/200 sec bei 200mm, 1/60 sec bei 60mm etc.
Wenn es wackelt, dann kann man …
- den Bildstabilisator einschalten: Das ist aber kein Allheilmittel, kann aber 1-2 Belichtungsstufen Vorteil bringen. Bei 200mm Brennweite kann man dann eben auch 1/100 oder 1/50 sec evtl. noch aus der Hand ohne Wackeln belichten
- gleich ein Stativ nehmen. Das wackelt so gut wie gar nicht. Dann aber den Stabilisator ausschalten, und evtl. einen Fernauslöser verwenden, um die Kamera nicht berühren zu müssen!
- ein anderes Objektiv verwenden, welches bei der gewünschten Brennweite mehr Licht durchlässt. Lichtstarke Teleobjektive sind aber sehr teuer
- näher ans Motiv gehen, und wieder herauszoomen. Das Motiv ist dann genauso groß im Bild, aber man kann evtl. eine größere Blende wählen, und kurze Brennweiten sind auch nicht so wackelgefährdet. Leider ändert sich dadurch aber die Perspektive (das Verhältnis von Vorder- und Hintergrund).
Die letzte Maßnahme können Sie im Simulator testen: Stellen Sie Brennweite und Entfernung jeweils in die Mitte, klicken sie dann “Motivgröße konstant” an, und verschieben Sie einen der beiden Regler.
* Das stimmt zwar nur bedingt bis gar nicht, hilft aber als Eselsbrücke
Einführung zum Foto-WennDann
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism, Technik einfach on 14. June 2010
Liebe Leser*, wir feiern** im Blog eine neue permante Seite: Das “Foto-WennDann“-Erklär-Dingenskirchen. Ziel des Ganzen ist die Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen allen möglichen Parametern beim Fotografieren: Blende, Belichtung, Abstand, Perspektive, Licht etc.
Das Foto-WennDann* soll nur der Anfang sein. Um die Komplexität ein wenig zu reduzieren, sind Artikel im Blog geplant, die einzelne Zusammenhänge gezielt erläutern. Bereits realisiert ist auch eine Verlinkung mit dem interaktiven Teil: Wenn man dort einen Parameter ändert, wird künftig immer häufiger mal rechts unten bei “Foto-WennDann” der eine oder andere Link zu einem Artikel erscheinen. Dieser erklärt dann, was man denn da gerade macht.
Wenn ich die Zeit dazu finde.
* Pluralis optimisticus
** Euphemismus
*** Blöder Name, aber Google findet da noch nix – siehe auch hier
Viele Nullen im Ausland
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism on 8. June 2010
Hurra, mir ist das Thema von gestern wieder eingefallen!
Ja, dies ist wirklich ein Beitrag über die Urlaubszeit, wie der Titel schon vermuten lässt. Anlass ist aber nicht (wie so oft) das Benehmen der Deutschen im Urlaub, sondern ein Zitat aus der aktuellen c’t (auch Nerd’s Review) 13/2010, Seite 110, welches ob seiner Monstrosität einer genüsslichen, langatmigen Ausarbeitung bedarf.
Da steht so ganz nebenbei zu lesen:
Wer 2 Gigabyte herunterlädt, muss dafür also so viel bezahlen wie für ein Einfamilienhaus in ordentlicher Lage.*
Das ist leider nicht so einprägsam wie “SURFEN MACHT ARM”, aber das Ergebnis ist dasselbe. Und das kommt so:
Im Ausland, dem außereuropäischen besonders, kann die Übertragung von Daten per Mobilfunk richtig teuer werden. Da ist es gut, wenn man seine Nullen im Griff hat. Das angeführte Rechenbeispiel geht von einem (real existierenden) Tarif aus, der außerhalb der EU “0,16 € pro kB” verlangt. Viele Altverträge haben übrigens ähnliche Preise, die noch aus Zeiten vor iPhone & Co. stammen und nicht automatisch angepasst werden.
Das heißt: 16 Cent pro Kilobyte. 1 Kilobyte sind 1024 Byte, das klingt nach viel, ist es aber nicht. 1 Megabyte sind über eine Million Byte, das klingt nach viel – ist es aber auch nicht wirklich. 1 Gigabyte sind eine Milliarde Byte: Das ist viel! Viel Geld! Vergleichen Sie selbst (mit Faktor 1000 statt 1024):
1 kurze E-Mail: 2 kB = 32 Cent = 0,32 €
1 normale Webseite: 200 kB = 3.200 Cent = 32 €
10 Webseiten: 2 MB = 32.000 Cent = 320 €
1 Youtube-Video mit 3 Minuten: 12 MB = 192.000 Cent = 1.920 €
1 Kinofilm anschauen: 1 GB = 16.000.000.000 Cent = 160.000.000 €
Mein monatlicher Datentransfer: 12 GB = 1.920.000.000 € (1,9 Mio €)
Man stelle sich mal den einsamen iPhone-Besitzer an der Hotelbar in Bali vor, wie er versucht, einer scharfen Braut mit Hilfe eines Lena-Videos von Youtube (12MB) klarzumachen, aus was für einem tollen Land er kommt. Tipp: iPhone stecken lassen, eine Flasche Wöff Klicko kaufen. Kommt mit ca. €700 deutlich billiger.
Eine gute Seite hat das Ganze jedoch: Laden Sie im Fernurlaub so viele Musikstücke illegal herunter, wie Sie können. Die Urheberrechtsverletzung wird Ihr kleinstes Problem sein
.
* Wo kommt die Zeitschrift raus? Hannover? Das erklärt den lächerlichen Preis für die “ordentliche Lage”
Tipps für den gepflegten Vernichtungsschlag
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism on 28. February 2010
… am Beispiel von “Avatar”, was sonst*.
In diesem Blog sind wie ja unparteiisch, politisch korrekt und neutral (wenn auch bestechlich), deshalb wie versprochen an dieser Stelle nach bewährtem Muster ein wenig praxisnahe Tipps für Erzschurken (sog. “worst practices”). Diesmal sogar richtiggehend fundiert recherchiert.
Also: Wir gehen mal davon aus, dass Sie ein prototypisch skrupelloser, politisch unkorrekter Sicherheitschef der paramilitärischen Schutztruppe einer ebenso skrupellosen, gierigen Bergbaugesellschaft sind. Völkermord gehört neben markigen Sprüchen zu Ihrem samstäglichen Standardrepertoire.
Der drohende Aufstand der edlen Naturvölker zwingt Sie nun geradezu zum präventiven Erstschlag. So weit, so gut. Wir sind ja noch in sofern vollkommen einig, dass die Zerstörung des allerheiligsten Heiligtums der Eingeborenen mit einer enormen Sprengladung die Moral des Aufstands zerstören und den Widerstand brechen würde. Aber aufgepasst: Offenbar ist die Zerstörung des “heiligen Baums” auch für Erzschurken ähnlich schwierig wie das Fällen eines Apfelbaums auf einer schwäbischen Streuobstwiese.
Deshalb hier ein paar Tipps:
Falsch:
Beladen Sie nicht ein träges, langsames, schlecht zu verteidigendes Landungsshuttle mit 2 Paletten Sprendstoff. Informieren Sie keinesfalls den ganzen Stützpunkt (inklusive der anwesenden gegnerischen Informanten***) über Ihren Angriffsplan. Den Zeitpunkt Ihrer Offensive sollten Sie weder groß verkünden noch so planen, dass der Gegner massig Zeit für heldenhafte Reden, Vorbereitungen und eine gute Mütze Schlaf hat.
Und vermeiden Sie unbedingt, mit Ihrer gesamten Kampfflotte geradewegs ins Verderben zu fliegen.
Richtig:
Denken erst einmal nach. Dann fällt Ihnen eventuell auf, dass die beiden Sprengstoff-Paletten bei einer geschätzten Größe von ca. 1,8 Metern im Quadrat jeweils nicht mehr als 7-8 Tonnen wiegen dürften.
Schauen Sie sich mal genauer Ihren besten Kampfhelikopter-Schlachtschiffdings an. Dann bemerken Sie vielleicht, dass der locker 8 Exoskelett-Kampfroboter trägt, von denen laut Pandorapedia jeder 1,7 Tonnen wiegt. Und dass der Flieger auch noch schnell fliegen kann.
Und? Hat es “klick” gemacht? Kostet es Filmschurken denn wirklich sooo viel Überwindung, einfach nachts heimlich den Sprengstoff einzuladen, schnell zum Heiligtum zu fliegen, mal kurz BOOM zu machen, und zum Frühstück wieder in der Basis zu sein? Gebietet die Berufsehre, stattdessen mit großem Getöse alles in den Sand zu setzen?
Übrigens, wo wir gerade dabei sind:
Noch falscher:
Beim finalen Auge-in-Auge-Showdown mit dem Helden niemals den letzten Moment auskosten. NIEMALS! Stümper!
* Nein, sooo gut ist der Film auch wieder nicht, aber er gibt halt viel Blogstoff ab. Selten** hat ein Film ein so idiotisches Drehbuch mit so eindrucksvollen Bildern kaschiert.
** von Roland Emmerichs Gesamtwerk mal abgesehen.
*** Überrascht? Sie selbst setzen ja massiv auf Verrat, warum also nicht auch der Gegner? Der ist zwar edel, aber nicht blöde.

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