Und noch was zum Thema Schärfentiefe

 Professionalism, Technik einfach  Comments Off on Und noch was zum Thema Schärfentiefe
Aug 202010
 

Noch ein paar interaktive, gute gemachte Beispiele beim Objektiv-Hersteller Tamron gefunden, als Ergänzung zu meinem eigenen:

Vergleich von Brennweiten: Da sieht man beispielsweise, wie wenig sich zwischen 200mm und 500mm im Vergleich zum Bereich zwischen 18 und 200mm tut.

Simulation von Blendenstufen und Schärfentiefe: Da wundert mich, wie wenig Unschärfe die Simulation bei offener Blende anzeigt. Wenn der Hintergrund näher wäre, könnte man sicherlich die Unterschiede besser sehen.

Jun 142010
 

Erste Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:

Wenn man reinzoomt, dann wackelt es eher.

Sie sind hier gelandet, weil das Bild zu wackeln angefangen hat. Das kommt häufig vor, wenn man in das Bild “hineinzoomt”, also die Brennweite erhöht, um einen Bildausschnitt zu vergrößern.

Da spielen leider zwei Effekte hinein, die beide gegen einen arbeiten:

  1. Bei einer langen Brennweite (Teleobjektiv) bewirkt jede kleinste Bewegung der Kamera eine viel größere Veränderung des Bildausschnitts als im Weitwinkel-Bereich. Wackeln wirkt sich also viel mehr aus.
  2. Bei den meisten Objektiven nimmt die Lichtstärke bei zunehmender Brennweite ab. Konkret wird das Objektiv-“Rohr” länger, und es kommt deshalb weniger Licht durch.*

In der Simulation sieht man letzteres daran, dass im Blendenregler ein roter Strich erscheint – man kann im Telebereich die Blende nicht mehr weit genug öffnen. Mehr dazu hier.

Wenn also nicht mehr so viel Licht auf einmal auf den Kamera-Sensor fällt, muss man eben länger belichten. In der Simulation geht deshalb die Belichtungszeit nach oben. Und wenn man länger belichtet, ist die Chance größer, dass man während dieser Zeit wackelt. Eine Faustregel besagt, dass man den Umkehrbruch der Brennweite “noch halten” kann: 1/200 sec bei 200mm, 1/60 sec bei 60mm etc.

Wenn es wackelt, dann kann man …

  • den Bildstabilisator einschalten: Das ist aber kein Allheilmittel, kann aber 1-2 Belichtungsstufen Vorteil bringen. Bei 200mm Brennweite kann man dann eben auch 1/100 oder 1/50 sec evtl. noch aus der Hand ohne Wackeln belichten
  • gleich ein Stativ nehmen. Das wackelt so gut wie gar nicht. Dann aber den Stabilisator ausschalten, und evtl. einen Fernauslöser verwenden, um die Kamera nicht berühren zu müssen!
  • ein anderes Objektiv verwenden, welches bei der gewünschten Brennweite mehr Licht durchlässt. Lichtstarke Teleobjektive sind aber sehr teuer
  • näher ans Motiv gehen, und wieder herauszoomen. Das Motiv ist dann genauso groß im Bild, aber man kann evtl. eine größere Blende wählen, und kurze Brennweiten sind auch nicht so wackelgefährdet. Leider ändert sich dadurch aber die Perspektive (das Verhältnis von Vorder- und Hintergrund).

Die letzte Maßnahme können Sie im Simulator testen: Stellen Sie Brennweite und Entfernung jeweils in die Mitte, klicken sie dann “Motivgröße konstant” an, und verschieben Sie einen der beiden Regler.

* Das stimmt zwar nur bedingt bis gar nicht, hilft aber als Eselsbrücke

Jun 142010
 

Liebe Leser*, wir feiern** im Blog eine neue permante Seite: Das “Foto-WennDann“-Erklär-Dingenskirchen. Ziel des Ganzen ist die Verdeutlichung der Zusammenhänge zwischen allen möglichen Parametern beim Fotografieren: Blende, Belichtung, Abstand, Perspektive, Licht etc.

Das Foto-WennDann* soll nur der Anfang sein. Um die Komplexität ein wenig zu reduzieren, sind Artikel im Blog geplant, die einzelne Zusammenhänge gezielt erläutern. Bereits realisiert ist auch eine Verlinkung mit dem interaktiven Teil: Wenn man dort einen Parameter ändert, wird künftig immer häufiger mal rechts unten bei “Foto-WennDann” der eine oder andere Link zu einem Artikel erscheinen. Dieser erklärt dann, was man denn da gerade macht.

Wenn ich die Zeit dazu finde.

* Pluralis optimisticus
** Euphemismus
*** Blöder Name, aber Google findet da noch nix – siehe auch hier

Viele Nullen im Ausland

 Lebenshilfe, Professionalism  Comments Off on Viele Nullen im Ausland
Jun 082010
 

Hurra, mir ist das Thema von gestern wieder eingefallen!

Ja, dies ist wirklich ein Beitrag über die Urlaubszeit, wie der Titel schon vermuten lässt. Anlass ist aber nicht (wie so oft) das Benehmen der Deutschen im Urlaub, sondern ein Zitat aus der aktuellen c’t (auch Nerd’s Review) 13/2010, Seite 110, welches ob seiner Monstrosität einer genüsslichen, langatmigen Ausarbeitung bedarf.

Da steht so ganz nebenbei zu lesen:

Wer 2 Gigabyte herunterlädt, muss dafür also so viel bezahlen wie für ein Einfamilienhaus in ordentlicher Lage.*

Das ist leider nicht so einprägsam wie “SURFEN MACHT ARM”, aber das Ergebnis ist dasselbe. Und das kommt so:

Im Ausland, dem außereuropäischen besonders, kann die Übertragung von Daten per Mobilfunk richtig teuer werden. Da ist es gut, wenn man seine Nullen im Griff hat. Das angeführte Rechenbeispiel geht von einem (real existierenden) Tarif aus, der außerhalb der EU “0,16 € pro kB” verlangt. Viele Altverträge haben übrigens ähnliche Preise, die noch aus Zeiten vor iPhone & Co. stammen und nicht automatisch angepasst werden.

Das heißt: 16 Cent pro Kilobyte. 1 Kilobyte sind 1024 Byte, das klingt nach viel, ist es aber nicht. 1 Megabyte sind über eine Million Byte, das klingt nach viel – ist es aber auch nicht wirklich. 1 Gigabyte sind eine Milliarde Byte: Das ist viel! Viel Geld! Vergleichen Sie selbst (mit Faktor 1000 statt 1024):

1 kurze E-Mail: 2 kB = 32 Cent = 0,32 €
1 normale Webseite: 200 kB = 3.200 Cent = 32 €
10 Webseiten: 2 MB =  32.000 Cent = 320 €
1 Youtube-Video mit 3 Minuten: 12 MB = 192.000 Cent = 1.920 €
1 Kinofilm anschauen: 1 GB =
16.000.000.000 Cent = 160.000.000 €
Mein monatlicher Datentransfer: 12 GB = 1.920.000.000 € (1,9 Mio €)

Man stelle sich mal den einsamen iPhone-Besitzer an der Hotelbar in Bali vor, wie er versucht, einer scharfen Braut mit Hilfe eines Lena-Videos von Youtube (12MB) klarzumachen, aus was für einem tollen Land er kommt. Tipp: iPhone stecken lassen, eine Flasche Wöff Klicko kaufen. Kommt mit ca. €700 deutlich billiger.

Eine gute Seite hat das Ganze jedoch: Laden Sie im Fernurlaub so viele Musikstücke illegal herunter, wie Sie können. Die Urheberrechtsverletzung wird Ihr kleinstes Problem sein 👿 .

* Wo kommt die Zeitschrift raus? Hannover? Das erklärt den lächerlichen Preis für die “ordentliche Lage”

Tipps für den gepflegten Vernichtungsschlag

 Lebenshilfe, Professionalism  Comments Off on Tipps für den gepflegten Vernichtungsschlag
Feb 282010
 

… am Beispiel von “Avatar”, was sonst*.

In diesem Blog sind wie ja unparteiisch, politisch korrekt und neutral (wenn auch bestechlich), deshalb wie versprochen an dieser Stelle nach bewährtem Muster ein wenig praxisnahe Tipps für Erzschurken (sog. “worst practices”). Diesmal sogar richtiggehend fundiert recherchiert.

Also: Wir gehen mal davon aus, dass Sie ein prototypisch skrupelloser, politisch unkorrekter Sicherheitschef der paramilitärischen Schutztruppe einer ebenso skrupellosen, gierigen Bergbaugesellschaft sind. Völkermord gehört neben markigen Sprüchen zu Ihrem samstäglichen Standardrepertoire.

Der drohende Aufstand der edlen Naturvölker zwingt Sie nun geradezu zum präventiven Erstschlag. So weit, so gut. Wir sind ja noch in sofern vollkommen einig, dass die Zerstörung des allerheiligsten Heiligtums der Eingeborenen mit einer enormen Sprengladung die Moral des Aufstands zerstören und den Widerstand brechen würde. Aber aufgepasst: Offenbar ist die Zerstörung des “heiligen Baums” auch für Erzschurken ähnlich schwierig wie das Fällen eines Apfelbaums auf einer schwäbischen Streuobstwiese.

Deshalb hier ein paar Tipps:

Falsch:

Beladen Sie nicht ein träges, langsames, schlecht zu verteidigendes Landungsshuttle mit 2 Paletten Sprendstoff. Informieren Sie keinesfalls den ganzen Stützpunkt (inklusive der anwesenden gegnerischen Informanten***) über Ihren Angriffsplan. Den Zeitpunkt Ihrer Offensive sollten Sie weder groß verkünden noch so planen, dass der Gegner massig Zeit für heldenhafte Reden, Vorbereitungen und eine gute Mütze Schlaf hat.

Und vermeiden Sie unbedingt, mit Ihrer gesamten Kampfflotte geradewegs ins Verderben zu fliegen.

Richtig:

Denken erst einmal nach. Dann fällt Ihnen eventuell auf, dass die beiden Sprengstoff-Paletten bei einer geschätzten Größe von ca. 1,8 Metern im Quadrat jeweils nicht mehr als 7-8 Tonnen wiegen dürften.

Schauen Sie sich mal genauer Ihren besten Kampfhelikopter-Schlachtschiffdings an. Dann bemerken Sie vielleicht, dass der locker 8 Exoskelett-Kampfroboter trägt, von denen laut Pandorapedia jeder 1,7 Tonnen wiegt. Und dass der Flieger auch noch schnell fliegen kann.

Und? Hat es “klick” gemacht? Kostet es Filmschurken denn wirklich sooo viel Überwindung, einfach nachts heimlich den Sprengstoff einzuladen, schnell zum Heiligtum zu fliegen, mal kurz BOOM zu machen, und zum Frühstück wieder in der Basis zu sein? Gebietet die Berufsehre, stattdessen mit großem Getöse alles in den Sand zu setzen?

Übrigens, wo wir gerade dabei sind:

Noch falscher:

Beim finalen Auge-in-Auge-Showdown mit dem Helden niemals den letzten Moment auskosten. NIEMALS! Stümper!

* Nein, sooo gut ist der Film auch wieder nicht, aber er gibt halt viel Blogstoff ab. Selten** hat ein Film ein so idiotisches Drehbuch mit so eindrucksvollen Bildern kaschiert.
** von Roland Emmerichs Gesamtwerk mal abgesehen.
*** Überrascht? Sie selbst setzen ja massiv auf Verrat, warum also nicht auch der Gegner? Der ist zwar edel, aber nicht blöde.

Feb 212010
 

Seit dem dämlichen*, aber heldenhaften Tod von Winnetou (III) steht fest, dass filmische Dramaturgie und Heldentum nicht mit Vernunft und einem gewissen Lebenserhaltungstrieb in Einklang zu bringen sind.

Als jüngstes Beispiel dient James Camerons 3D-Spektakel “Avatar”: Ich möchte der kommenden Heldengeneration deshalb ein paar praktische Tipps an die Hand geben, damit Heldentat und Heldentod endlich ihr inniges Verhältnis lösen können.**

Nehmen wir also mal an, Sie hören auf den Namen “Trudy”, fliegen im Hauptberuf als Söldner einen Kampfhelikopter, und sind der guten Sache zugeneigt. Beim abschließenden, vernichtenden Angriff der Bösen auf die Guten haben Sie bereits die Seiten gewechselt, und stellen Ihren voll bewaffneten, magisch aufgetankten Flieger in den Dienst der edlen Wilden.

Falsch:

Streichen Sie nicht Ihren Helikopter mit den auffälligen Farben der Eingeborenen, um dem Feind Ihren Verrat zu verraten. Fliegen Sie nicht auf den viel größeren, schwer bewaffneten Kampfhelikopter des Oberschurken zu – zumindest nicht frontal. Tun Sie dies vor allem nicht, um sich für den erwählten Haupthelden zu opfern.

(Nebenbei: Wenn Sie sich diesen ganzen Quatsch schon nicht verkneifen können, dann verkneifen Sie sich wenigstens nach den ersten guten Schüssen auf den Oberbösen die spöttischen Bemerkungen, und HALTEN SIE DRAUF!)

Richtig:

Mischen Sie sich stattdessen unauffällig unter die Feinde. Fliegen Sie direkt hinter das schwerfällige Fluggerät, welches die todbringenden, den Widerstand brechenden Bomben ins Heiligtum der Eingeborenen transportiert. Zerstören Sie das Fluggerät mit gezielter Waffeneinwirkung durch die ohnehin offene Ladeluke. Sie schaffen das spielend, denn der Hauptheld braucht dafür ja nur eine Handgranate.

Jetzt können Sie sich dann immer noch überlegen, ob Sie lieber heldenhaft sterben oder davonkommen wollen.

So einfach kann das sein! 🙄 Und damit keiner behaupten kann, ich sei parteiisch, kommen demnächst ebenso gute Tipps zum Thema “Bösewichteln, aber richtig”.

* Heutzutage würde sicherlich ein schlauer TV-Forensiker oder -Pathologe nachweisen, dass die Kugel Old Shatterhand ohnehin verfehlt hätte.
** Der einfachste Tipp ist ohnehin “Freu Dich Nicht Zu Früh”, aber der gilt ja für Helden und Schurken gleichermaßen.

Feb 032010
 

Ich habe ja bereits von den “Mighty Optical Illusions” geschwärmt(*), und war auch ganz begeistert vom “Transparent Desktop Trick” – bis ich ihn mal selbst ausprobiert habe. Erkenntnisse:

  • Mit einem Notebook gar nicht so schwer: Notebook fotografieren, zuklappen, wieder fotografieren. Im Photoshop den Desktop-Hintergrund nach den Konturen des aufgeklappten Notebooks aus dem Hintergrund ausschneiden.
    • Schwierigkeiten bereiten lediglich das Licht (Reflexionen, Licht wird durch den Bildschirm verdeckt), Perspektive (Stativ!), Schärfe (manuell fokussieren) und die Verzerrung zu einem perfekten Desktop. Und natürlich die exakte Position beim Anschauen/Fotografieren des Effekts.
    • Bonuspunkte bekommen die Fotografen, die normale Monitore verwenden. Die muss man abbauen, und darf dabei nichts an der Umgebung verändern.
    • Noch mehr Bonuspunkte für eine Interaktion mit Menschen / Tieren, da muss man auf exakte Posen achten.
  • Die entscheidende Frage aber ist: Warum erst mühsam einen Desktop-Hintergrund bauen, wenn man das alles ohnehin in Photoshop zusammenklopfen kann, weil als Beweis ja eh ein Bild dient? Nachfolgend das Ergebnis einer 5-Minuten-Aktion, auf das Einmontieren eines freigestellten Desktops habe ich verzichtet.
Selbstgebauter transparenter Desktop

Illusion, not very optical

(*) Hat eigentlich schon jemand gemerkt, das ich wieder von den Fußnoten abgekommen bin?

Turned off by Robbie Williams

 Professionalism, Roadkill, Zeitgeschehen  Comments Off on Turned off by Robbie Williams
Feb 022010
 

Bei aktuellen “turned-off” Stück vom Wochenende lässt sich sogar die Entstehungsgeschichte rekonstruieren

You know me von Robbie Williams

(vgl. das Video auf Youtube)

Vermuteter Dialog zwischen dem Manager und dem Produzenten

Mensch, nur 6 Stücke diesmal, das können wir doch nicht als volles Album verkaufen!

Dann nehmen wir halt noch 3 Stücke vom Abfall dazu!

Und wenn wir dann noch eines davon als Single verkaufen müssen?

Dann stecke ich Robbie in ein Hasenkostüm, das geht immer!

“You know me” war garantiert das dritte der drei Stücke.

Suchmaschinenoptimierung mit Peter Bollin

 Professionalism, Roadkill, Zeitgeschehen  Comments Off on Suchmaschinenoptimierung mit Peter Bollin
Jan 262010
 

Ein kleines Abfallprodukt eines kürzlich veröffentlichten Artikels, der sich in einer Fußnote auf den berühmten, aber verkannten Mathematiker und Physiker Peter Bollin (lebend) bezog: Warum nicht mal eine Suchmaschinenoptimierung in dieser Richtung wagen?

Zu schlagen sind die Schwäbische Post (40 Jahre Jubiläum, wegen des Wettbewerbs nicht verlinkt), die Lehrersprechzeiten des Ostalb-Gymnasiums (dito [ohne tschö]), und ein Klaus-Peter Bollin, der gar nichts damit zu tun hat. Das Vorbild ist die “Hommingberger Gepardenforelle“. Mal schauen, was sich da erreichen lässt.

Jan 092010
 

Nachdem ich mit gestrigem Beitrag den letzten milde interessierten Leser verprellt habe, gibt es jetzt für die restlichen Pflichtleser (*) mal wieder was total nützliches.

Anlass: Mein Handy wird über USB-Kabel aufgeladen. Verschiedene Szenarien:

  • Rechner A: Handy lädt, egal ob der Rechner an oder aus ist
  • Rechner B: Handy lädt nur, wenn mit dem Rechner kommuniziert wird
  • Rechner C: Handy lädt gar nie nein nie nicht niemals am USB-Port.
  • USB-Ladegerät mit Orginal-USB-Ladekabel: Handy lädt nicht
  • Original-Ladegerät mit USB-Stecker: Lädt einwandfrei

Also wieder so eine Sch…-Geschäftemacherei, nachdem die EU die Hersteller ja per “Selbstverpflichtung” gezwungen hat, Geräte nur noch per USB zu laden? Muss ich nun doch wieder *zig Ladegeräte mit in den Urlaub schleppen?

Weit gefehlt (anschwellende Trompeten künden vom Triumpf): Ein wenig googlen (gugeln?) ergibt, dass es wohl (**) eine spezielle Spezifikation für USB-Ladegeräte gibt. Ein USB-Gerät erkennt wohl an einen Widerstand von 0 bis 200 Ohm zwischen den USB-Datenleitungen D+ und D-, dass es an einem speziellen Ladegerät hängt. Ein größerer Widerstand deutet hingegen auf eine Datenverbindung hin.

Das erklärt natürlich vieles: Zum Einen kann es sein, dass mancher Computer einen zu hohen Widerstand zwischen den Datenleitungen aufweist, und deshalb mein Handy nicht lädt. Zum Anderen haben die meisten USB-Ladegeräte natürlich nur die USB-Power-Leitungen beschaltet, und nicht die Datenleitungen. Wenn die nicht einmal beide auf Masse liegen, ist der Widerstand natürlich auch unendlich. So auch bei meinen USB-Ladern (nachgemessen).

Weiteres leitet sich aus dem normgerechten Verhalten von USB-Geräten ab: Ein USB-Gerät darf erst einmal nur 100 mA aus einer USB-Datenverbindung saugen, und erst nach Kommunikation mit dem Host-Gerät bis zu 500 mA. Mein Handy ist da besonders zurückhaltend und zieht erst einmal gar keinen Saft, bekommt aber mangels Datenkommunikation aus ruhenden Computern und USB-Ladegeräten auch keine Erlaubnis, zumindest die 500 mA abzuzapfen.

Abhilfe: Einen kleinen Zwischenstecker gebastelt (USB-Buchse auf -stecker) und darin die Datenleitungen (innere Kontakte) zum USB-Gerät hin (also an der Buchse) miteinander verbunden. Dabei nicht vergessen, auch die Abschirmung durchzuverbinden. Schon geht es mit dem Laden, weil nun das Gerät weiß, dass es an einem Ladegerät hängt.

Warnung: Den Adapter in Datenverbindungen (also am PC) nicht einsetzen, das verursacht streng genommen einen Kurzschluss auf den Datenleitungen! Und auch nicht einsetzen bei Geräten, die eigentlich gut laden! Verwendung auf eigene Gefahr!

Zu letzterem auch noch eine Anmerkung: Das Ganze könnte auch der Behauptung von Herrn S. Aufwind geben, dass bestimmte Geräte am PC oder an universellen USB-Ladegeräten schlechter, d.h. langsamer als am Original-Ladegerät laden. Hypothese: Das Gerät weiß (PC) bzw. denkt (Ladegerät), dass es an einer Datenleitung hängt, und saugt nicht mehr als die erlaubten 500 mA (oder nur 100, je nach Konformität), obwohl es > 1A bekommen könnte.

Ipod-User scheinen übrigens dasselbe Problem zu haben, aber da kauft man ja gerne stylisches Original-Zugehör. :mrgreen:

(*) also Herr.S
(**) nach neuem EU-Recht, harharhar