Philips, mein Champion der geplanten Obsoleszenz

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Jan 042014
 

Lange schwelt das Thema “geplante Obsoleszenz” (ab jetzt “g.O.“) bei mir schon, aber heute bricht es sich seinen Weg ins Blog. Wer noch nicht weiß, um was es sich da überhaupt handelt, dem sei folgendes Video ans Herz gelegt:

In dem Beitrag geht es schlicht und einfach darum, dass Produkte so entworfen und produziert werden, dass sie früher als nötig (und als ökologisch vertretbar) kaputtgehen. Dazu gehört auch, dass eine Reparatur so schwer gemacht wird, dass sie wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Folge: Ein neues Produkt muss her, und die Wirtschaft kann auf Wachstum setzen. Ebenso wie die Müllhalden.

Ein bekanntes, neuzeitliches Beispiel war ein früheres Apple-Produkt (iPod, auch im Video erwähnt), bei dem der Akku ziemlich genau nach der Garantiezeit schlapp machte. Bei vielen Geräten wohl auch während der Garantiezeit, so dass Apple einen Rückzieher machen musste, und die Akkus auf Kulanz tauschte. Überhaupt ist die Masche, Akkus fest in Geräte einzubauen, das Paradebeispiel für g.O. Das ist nur ist das übelste Geschäftemacherei, sondern auch gefährlich.

Apple war lange Zeit mein Favorit für die Krone im Obsoleszenten-Reich, aber Philips hat sich die Herrschaft zumindest in meinem Herzen aber nun eindeutig erobert. Anlass: Bei unserem Wasserkocher wurde der Plexiglasdeckel brüchig. Durch Dampf. Bei einem Wasserkocher. Hätte man sich vielleicht denken können, dass der Deckel eines Wasserkochers ab und zu mit Dampf in Berühung kommt. Und mit heißem Wasser.

Wasserkocher Phillips 6770/20

Geplante Obsolenszenz im Deckel?

Ergebnis: Der nicht gerade billige, 3 Jahre alte, ansonsten exzellent funktionierende Wasserkocher wird demnächst ein Loch im Deckel haben. Philips verweist auf die Garantie (keine mehr, hahaha), auf Vertragswerkstätten, die das ganze begutachten sollen, und gesetzliche Regelungen, die den Versand von Ersatzteilen an Endverbraucher untersagen. Ich denke, eine Reparatur in einer Vertragswerkstatt wird den Preis für ein neues Gerät (40 Euro, von WMF) übersteigen*.

Prima, Philips, Ziel erreicht: Statt das Gerät nochmals 3 Jahre zu verwenden, soll ich mir ein neues kaufen? Wenn, dann aber nicht von Euch! Und schon gar nicht für 65 Euro (s.o.)! Denn auch an anderer Front seid Ihr der g.O. verfallen. Beispiel “Sonicare”-Zahnbürsten: Die Gummierung reicht am Griff bis ganz nach unten. Nach einiger Zeit, wenn die Zahnbürste dann noch einwandfrei funktioniert, fängt die Gummierung unten an, sich zu verfärben, und schlecht zu riechen. Warum? Weil sie am Waschbecken gerne mal in einer Pfütze steht. Auch das hätte man voraussehen können. Die Konkurrenz von Braun / Oral-B zieht die Gummierung an ihren Zahnbürsten beispielsweise nicht bis nach unten.

Philips Sonicare Zahnbürsten

Geplante Obsoleszenz am Boden?

Aber wahrscheinlich hat Philips das sogar vorausgesehen: Nach 2 Jahren soll man sich wohl so davor ekeln, sich die verratzte Zahnbürste in den Mund zu schieben, dass man sich eine neue kauft? Ohne mich! Meine Lösung seht Ihr oben: Gummierung teilweise (links) und ganz (rechts) entfernt. Geht auch. Bei der Gelegenheit ist übrigens sogar die Verriegelung des Akkufachs sichtbar geworden. Die war satt eingummiert. Wenn jetzt also der Akku schlapp macht, wird auch der ausgetauscht. Mein Geld bekommen die nicht! Mir stinkt es ohnehin schon, für jeden Bürstenaufsatz knapp 5 Euro zu zahlen. Im Vergleich scheint sogar Druckertinte billig.

Wenn man den oben gezeigten Film genau anschaut, wird man feststellen, dass Philips eine lange Tradition in der g.O. hat. Auch schon im Glühlampen-Kartell mischten sie munter mit. Dabei können Glühlampen auch 100 Jahre und mehr brennen.

Aber wahrscheinlich rege ich mich umsonst auf, denn alle Firmen betreiben g.O. auf breiter Front. Und sei es auch nur, weil sie nicht explizit die Nachhaltigkeit der Produkte im Auge behalten, oder die Möglichkeit der Reparatur dem Design oder einer kostengünstigen Produktion opfern. Wobei letzteres wiederum besonders schmerzt, wenn die kostengünstige Produktion sich nicht im niedrigen Verkaufspreis, sondern in einer hohen Gewinnspanne niederschlägt (Paradebeispiel Apple).

Pauschal kann man ein paar Modeerscheinungen nennen, die generell ein Hinweis auf g.O. zu sein scheinen:

  • Fest eingebaute Akkus
  • Andere fest oder unzugänglich eingebaute Komponenten
  • Gehäuse mit unsichtbarer Verriegelung (Schnapphaken/-nasen statt Schrauben)
  • Alles mit einteiligen Alugehäusen
  • Alles von Apple
  • Alles mit einer gummierten Oberfläche

Bei der hauchdünnen Gummierung auf Kunststoffteilen bin ich besonders kritisch: Während der Garantiezeit ist sie noch ein Handschmeichler. Die Chemie von Gummierungen ist aber wahrscheinlich darauf angelegt, sich genau 731 Tage nach dem ersten Kontakt mit Luft (d.h. nach Entfernung der Schutzfolie) in einen schmierigen Staubfänger zu verwandeln, den niemand mehr anfassen will. Meine Lösung bei einer Logitech-Maus, die mir seit 10 Jahren schon tolle Dienste leistet, seht Ihr zum Abschluss: Nach einer Kratz- und Schleifaktion ist die Maus zwar nicht mehr so schön wie vorher, aber immer noch gut anzufassen. Und sie hat noch ein langes Leben vor sich.

Logotech Notebook-Maus

Gummierung entfernt

* Mittlerweile einen Händler gefunden, der das Ersatzteil für 12 Euro verschickt. Austausch kann ich selbst machen

Die Zukunft des stationären Holz-/Buchhandels

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Aug 312013
 

Den ersten Post seit fast einem Jahr verdankt Ihr einer Kausalkette, wie sie bei Übersprungshandlungen nur zu häufig ist. Eigentlich sollte ich die Wohnung aufräumen. Habe aber keine Lust, und dazu ist noch massig Zeit. Statt dessen mache ich aber was Nützliches. Was mir auch noch Spaß macht. Was mir schon lange auf der Seele liegt und im Hirn spukt. Gegen was aber vor allem auch die Auftraggeberin und Nutznießerin des Wohnungsaufräumens auf keinen Fall was haben kann.

Auslöser sind zwei Dinge: Erstens eine Flugreise mit nur wenigen analogen Büchern, aber einem e-Reader (Killerfrage zur Entscheidungsfindung angesichts 23 kg Gepäck: “Mehr Bücher oder mehr Schuhe?”). Zweitens diese Kampagne hier: 100 Gründe zum Besuch einer Buchhandlung von Lovelybooks.

Geschätzte 80% der 100 Gründe haben mich so auf die Palme gebracht, dass sich mein Frust hier nun einen Weg bahnen muss. Obwohl ich auch schon einen Post geschrieben habe zur Bedeutung des gedruckten Buches, bekam ich nach dem dritten oder vierten “weil ich den Geruch von gedruckten Büchern liebe”-Kommentar das kalte Grausen. Vorweg für die, die es nicht wissen können: Mir liegt der stationäre Buchhandel (wie auch das Verlagswesen und der professionelle Journalismus) sehr am Herzen. Vom Buchhandel bin ich sogar in vielerlei Hinsicht abhängig. Gerade deshalb hier ein paar wohlgemeinte, wenn auch subjektive Gedanken zur Zukunft des stationären Buchhandels.

Stichworte “Abhängigkeit” und “Geruch”: Von Buch-Schnüffel-Junkies kann kein Händler leben. Viele der Argumente für das gedruckte Buch wurden sicherlich zur einen oder anderen Zeit für die Musikkassette, die Vinyl-Schallplatte, den Super8-Film, VHS-Kassetten, die Schriftrolle und das Papyrus (von der Steinplatte ganz schweigen) vorgebracht. Angesichts der Aufzählung frage ich mich ernsthaft, warum die Verfechter immer das Kommunikationsmittel (Schrift, Film, Ton) automatisch an das technische Medium (bedrucktes Papier, Zelluloid, Vinyl …) koppeln. Zugegeben, “Buch” meint das Papierding mit den Seiten.

Aber, oder gerade deshalb, liebe Buchhändler, meine Bitte: Hört bitte auf, Eure Zukunft an den Verkauf kleingeschnittener Bäume zu hängen! Davon wird man sicherlich auch in ferner Zukunft noch leben können, ebenso wie man vom Vertrieb von Vinylschallplatten leben kann. Es wird aber eine Nische werden. Wie groß? Keine Ahnung. Trotzdem werden die Leute weiterhin Geschichten lieben, und zu einem großen Teil sogar lesen wollen (mit Buchstaben und so).

Also: Vergesst mal für einen Moment das ganze Buchstaben-auf-Papier-Gedöns (trotz guter Argumente)*. Besinnt Euch darauf, was wirklich Eure Stärken sind:

  • Die Fläche
    Wieviel Monitore und/oder Mausklicks braucht man, um einen einzigen Blick auf ein gut gefülltes Belletristik-Regal zu ersetzen? Wie übersichtlich ist im Vergleich zu einer 300qm-Buchhandlung die Startseite von a*az*n?
  • Die Vorauswahl
    Ja, eine Buchhandlung hat nicht alles vorrätig. Deshalb gehe ich dort hin. Weil kluge Menschen vorher viel Zeit investiert haben, um das Gute vom Schlechten zu trennen.
  • Beratung mit Menschenkenntnis
    Im Idealfall kennen mich diese klugen Menschen, und ich kenne sie. Dann empfehlen sie mir mit höchster Sicherheit genau das, was mich auch interessiert und erfreut. Das ist besser als “Leute, die dieses Buch gekauft haben, haben auch einen Stabmixer gekauft”.

Für mich ist die Buchhandlung der Zukunft kein Logistikunternehmen für bedrucktes Papier, sondern ein Beratungs- und Handelsunternehmen für buchstabenbasierte Kulturgüter jeglicher Art. Der Buchhandel der Zukunft betreibt primär keine Holzlager mehr, sondern lokale Ausstellungs- und Beratungsräume für den e-Book-Erwerb. Jetzt muss man nur die Bezahlung für die eigentlichen Leistungen vom Holzverkauf trennen.

Fangt schon einmal damit an. Jetzt ist noch Zeit.

 

* Genauso doof ist es, das e-Book mit dem Vertrieb / Verkauf über das Internet zu verbinden
** Hurra, eine Fußnote!
*** Wo ich gerade dabei bin: “Zeitung” heißt für mich “Professioneller, bezahlter Journalismus” und nicht “10 Quadratmeter schlechtes Papier”
**** Noch einer: “Verlag” ist für mich primär kein Logistikunternehmen, sondern Autoren-Entwicklungshilfe und das letzte Bollwerk gegen Deppenlehrzeichen und -apostrophen

RAW vs. JPEG: Neue Seite

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Aug 112011
 

Liebe Leser,

nach langer Zeit hab ich mal wieder einen Beitrag geschrieben, und sogleich in den Webseiten dieses Blogs als permanenten Beitrag verankert. Nachdem es nun zwei Fotoseiten sind, ist daraus ein Foto-Bereich geworden (brüll).

More to come (ich hab mich ja nicht auf ein Jahr festgelegt, oder?)

Jan 152011
 

Welcome back!

Achtung, jetzt kommt eine Zahlenwüste!

An dieser Stelle fragt sich heute ein Konsument, warum/ob nicht schon ein tapferer Verbraucherverband die aktuelle MediaMarkt-Kampagne “1000 Artikel zum Einkaufspreis” abgemahnt hat. Meiner Meinung nach ist das entweder eine faustdicke Lüge, oder  die Media-Markt-Einkäufer sind rattenschlecht. Urteilt selbst.* Vorab noch: Hier geht es nicht um Winzbeträge, sondern um Differenzen im zig-%-Bereich!

Die Vorgeschichte: Diverse Vorkommnisse elektronischer Art haben mir in letzter Zeit bewiesen, dass diejenigen bescheuert sind, die elektronische Geräte vor Weihnachten kaufen. Nach Weihnachten stehen regelmäßig die Saturns und Mediamärkte mit Schnäppchen voll, für die vor Weihnachten eigens die Preise angeboben wurden. Die Internet-Preise sind da ein guter Maßstab, weil sie eher einem transparenten Wettbewerb entspringen.

Beispiel: Gerät A** ist im Internet für (wenigstens) 369,- zu haben, das etwas kleinere Modell immer noch für 269,-. Als Saturn es für 199,- bewirbt, kann man getrost zuschlagen. Gerät B** kostet im Internet mindestens 329,-, bei Media Markt im Einkaufspreis 282,uepz***. Da nimmt man denen sogar den “Einkaufspreis” ab – besonders angesichts der Tatsache, dass der reguläre Preis bei MM (“so macht man billig”) stolze 449,- beträgt.

Aktuell nun Gerät C** für 244,uepz im Einkaufspreis. Ein Schnäppchen angesichts der regulären Auszeichnung des Gerätes mit 399,- im Regal nebenan. Mag man meinen. Hätte man das Gerät nicht vor 2 Tagen bei einem anderen Mediamarkt, keine 30km entfernt, zufällig in einer “Aktion” für einen “Verkaufspreis” von 199,- (regulär: 299,-) gesehen.

Wie niedrig der Einkaufspreis eigentlich sein mag, kann man nach einer Preisrecherche im Internet ahnen. Da wird dasselbe Gerät für ganze 149,- plus Versand feilgeboten. Entweder sollten sich die MM-Einkäufer also einen neuen Job suchen, oder beim “Einkaufspreis” handelt es sich um übermäßiges Anlocken. Eine solche Mischkalkulation aus überteuertem Regulärpreis, echten und vermeintlichen Schnäppchen sorgt zumindest dafür, dass unterm Strich ein Gewinn rauskommt.

Auszeichnungen auf der Homepage:  “9,5 billiger als im Internet” und “Händler des Jahres 2010”. Ein Schelm …. Kein Einkauf mehr ohne meinen Anwalt, äh, Preisvergleich im Internet.

“Mediamarkt – die halten mich für blöd”.

* Ich möchte gar nicht erst das Phänomen “morgens beworben, und um 11:00 ist der (einzige) Artikel weg” ansprechen. Ebenso soll dies davon handeln, dass sich Leute von günstigen Preisen zum Kauf eines untauglichen Gerätes verleiten lassen.
** Namen den Redaktion bekannt.
*** uepz = und ein paar Zerquetschte. Nachkommastellen entsprechen der Psychologie des Einkaufspreises, obwohl ich keinen Einkäufer kenne, der nicht gerne runde Einkaufspreise vereinbart.

Ebay einfach, Teil 3: Vorsicht Betrüger

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Dec 132010
 

Back from the vault – ja, es gibt uns noch. Anlass ist ein leidiges WordPress-Update (und Herr S. hat es nicht gemerkt).

Aber bei der Gelegenheit kann ich gleich eine aktuelle und vielleicht nützliche Beobachtung eines Betrugsversuchs bei Ebay berichten. Man ist ja so eingelullt von erfolgreichen Käufen, dass man evtl. blindlings in die Falle tappt.

Ausgangspunkt: GewerblicherVerkäufer (mit Adresse, Widerrufsbelehrung und pi-pa-po) bietet am Sonntag einen Artikel an. Ich bin gerade im “mal schauen, was sowas kostet”-Modus – zum Glück. Der Artikel (neu, OVP!) wird für eine nicht unbeträchtliche, aber reele Summe (600,-) versteigert. Nicht meine Preisklasse. Abgehakt.

Doch am Ende des Angebots kommt die berühmte “andere Artikel des Verkäufers”-Liste, und da wird man stutzig. Naja, nicht stutzig, aber neugierig. Ein Duzend weitere Artikel derselben (teilweise teureren) Art, alle neu und ab einem Euro. Und alle mit einer Laufzeit von gerade mal einem Tag. “Das könnte ein Schnäppchen werden”, denkt man sich – so schnell finden sich an einem Montag keine Käufer für diese Angebote.

Wer aber die Ebay-Grundregel “Gier macht blind” verinnerlicht hat, sieht sofort die Warnzeichen

  • Der Verkäufer hat bei gerade mal 50 Bewertungen schon eine negative. Bei einem Privatverkäufer ist das vielleicht Anfängerpech und Unerfahrenheit, bei einem gewerblichen ist es aber suspekt.
  • Nachgeschaut: Davon 49 Bewertungen alle aufgrund des gleichen 1-Euro-Artikels, und jetzt werden 600€ Geräte vertickt? ALARM.
  • Nur Überweisung als Zahlungsweise, kein Paypal. Das darf man erst ab 50 Bewertungen. Aha! ALARM!

Und während man sich noch Gedanken macht, trudelt 10 Minuten nach der gerade abgeschlossenen Auktion eine negative Bewertung ein: “Betrüger!!! Nicht zahlen!!!”.  Die Nachfrage beim Käufer fördert dieselben Überlegungen zutage, plus eine Recherche der vermeintlich registrierten Firma:

Hallo an alle, die Zweifel haben.
Dieser Verkäufer ist nicht registriert. Es gibt keinen Großhandel, die Steuernummer ist falsch.
Er bietet unmengen hochpreisige Neu Markenwaren ab 1 Euro für nur einen Tag an. Bietet kein Paypal an, bei überweisung ist das Geld weg.
Er bietet 4 Euro Versand an und hat nur gefakte Bewertungen.
Das alles lässt meinen guten Sachverstand nur zu einem Schluss zu.
Wieder mal ein Betrüger, der innerhalb von 3-4 Tagen 150000 euro  und mehr macht und dann verschwindet.
Ich möchte alle warnen, Geld an diesen Verkäufer zu überweisen.
Denn viele sehen nur den unglaublich günstigen Preis, den dann zum Albtraum werden kann.
Schöne Grüße

Und noch was zum Thema Schärfentiefe

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Aug 202010
 

Noch ein paar interaktive, gute gemachte Beispiele beim Objektiv-Hersteller Tamron gefunden, als Ergänzung zu meinem eigenen:

Vergleich von Brennweiten: Da sieht man beispielsweise, wie wenig sich zwischen 200mm und 500mm im Vergleich zum Bereich zwischen 18 und 200mm tut.

Simulation von Blendenstufen und Schärfentiefe: Da wundert mich, wie wenig Unschärfe die Simulation bei offener Blende anzeigt. Wenn der Hintergrund näher wäre, könnte man sicherlich die Unterschiede besser sehen.

Ergänzung zum Foto-WennDann: Blende und Schärfentiefe

 Technik einfach, Videobearbeitung  Comments Off on Ergänzung zum Foto-WennDann: Blende und Schärfentiefe
Jul 212010
 

Habe ein sehr nettes, interaktives Beispiel gefunden, welches zeigt, wie Blende und Schärfentiefe zusammenhängen.

Das ist natürlich als Simulation nicht 100% perfekt: Zum einen würden in der Realität bei großer Blende (kleine Zahl) auch Teile des Bären und der Fels im Vordergrund unscharf werden, zum anderen sieht man unter dem Bauch des Bären einen Teil des Hintergrundes, der auch nicht unscharf wird.

Also nicht bärfekt!

Drei Thesen zum gedruckten Buch

 Technik einfach, Zeitgeschehen  Comments Off on Drei Thesen zum gedruckten Buch
Jul 082010
 

Eine interessante Sammlung* von Aussagen prominenter Buchmenschen zur Zukunft des gedruckten Buches hat mich dazu bewogen, hier ein paar eigene Gedanken** zum Thema niederzuschreiben, die mich schon seit einiger Zeit bewegen.

Meinem Naturell gemäß sind meine Argumente für das gedruckte Buch eher grundsätzlich-analytisch-medienwissenschaftlicher Art. Schwurbelige Aussagen zur Haptik, Nostalgie und ähnlichem überlasse ich anderen***.

Es wird sicherlich der eine oder andere Aspekt noch auszubauen sein, aber hier sind mal meine drei Hauptthesen (Reihenfolge beliebig).

1. Buchseiten sind räumlich und parallel,
eBooks sind virtuell und sequenziell

Das hat verschiedene Konsequenzen. Eine sehr wichtige: Während man normalerweise ein Buch sequenziell liest, muss oder will man doch auch mal springen, Seiten parallel anschauen, Doppelseiten genießen etc. Oder man breitet zum Vergleichen, zum Studieren, oder zum Protzen zwei Quadratmeter Bücher vor sich aus. Das schafft auch auf lange Sicht keine App.

Dieses Grundprinzip rechtfertigt auch Buchhandel und Bibliotheken: Der blitzschnelle, gezielte Zugriff auf tausende von Büchern, der intuitive Zugang zum Media Container namens “Buchregal”, die unterschiedlichen, parallel verfügbaren Zugriffs- und Suchmöglichkeiten – das alles wird auf lange Zeit nicht so effizient auf einem Bildschirm möglich sein, trotz Coverflow.

2. Bücher sind ein Mittel der sozialen Interaktion

Dies wird sich zwar mit der Zeit wandeln, aber das gegenständliche Buch hat seinen festen Platz im menschlichen Miteinander. Kaufen, Schenken und Ausleihen gehen in ihrer Bedeutung weit über die reine Informationsbeschaffung hinaus. Damit werden auch Meta-Handlungen wie “eine Freunde machen”, “Belehren”, “den Horizont erweitern”, “Belohnen” oder “Beschämen” vollzogen.

Es wird wahrscheinlich (hoffentlich!) noch eine Weile dauern, bis man sich zum Geburtstag einen Schmuck-Link per Bluetooth überträgt. Vorausgesetzt natürlich, dass das geschriebene Wort auf absehbare Zeit überhaupt noch ein zentrales Kommunikationsmittel zur Vermittlung von Informationen und Ideen sein wird.

3. Bücher funktionieren auch ohne Strom

Die Reihenfolge ist doch nicht beliebig: Hier kommt mein Killer-Argument zum Abschluss. Ich beziehe mich dabei nicht (nur) auf den Weltenbummler, der im Urlaub “mal wieder so richtig 4 Wochen schmökern will”, um dann festzustellen, dass mitten in Indonesien sein E-Book-Reader den Geist aufgibt, oder auch nur der Strom nicht reicht****.

Viel wichtiger ist ein anderer Aspekt: Das physisch gedruckte oder geschriebene Wort (und Bild) ist eines der wenigen Kommunikationsmittel, welche sich unmittelbar und ohne Hilfmittel dauerhaft der menschlichen Sensorik erschließen. Steintafeln und Höhlenmalereien sind schon deshalb eine weitaus größere menschliche Errungenschaft als das Internet, weil sie erstmals abstrakte Ideen speichern und zugänglich machen konnten. Das gedruckte Buch ist die aktuellste Evolutionsstufe dieser Erfindung, und nicht das iPad.

Das heißt konkret: Es ist essenziell wichtig für jede Kultur, dass zentrale, lebenswichtige Informationen und Ideen zu jeder Zeit gedruckt vorliegen! Und nicht erst “on demand”. Jeder Leser und Besitzer eines gedruckten Buches trägt also dazu bei, dass essenzielle Grundlagen unserer Gesellschaft und Kultur redundant, wirtschaftlich und ausfallsicher reproduziert und gespeichert werden.

* Dazu bei Gelegenheit mehr.
** Auch wenn mich Herr.S jetzt wieder der Ernsthaftigkeit zichtigt – aber demnächst gibt es auch wieder mal ein Update zu den Fake Funny Road Signs, versprochen!
*** Auch wenn ich sie gut heißen mag.
**** Das iPad läuft mehr 10 Stunden am Stück – aber was ist das schon?

Foto-WennDann Nummer 2: Lichtstärke [WD2]

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Jun 152010
 

Zweite Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:

Wenn man reinzoomt, dann geht die Blende nicht mehr so weit auf.

Sie sind hier gelandet, weil beim hineinzoomen ins Bild ein roter Strich auf dem Blendenregler erschienen ist, und Sie nicht mehr den Regler in diesen Bereich ziehen konnten.

Das hat etwas mit der “Lichtstärke” eines Objektivs zu tun. Die sagt aus, wie weit man die Blende eines Objektivs maximal öffnen kann, wieviel Licht also maximal durch das Objektiv gelangen kann. Ein typischer Wert ist f1:4, sehr gute Werte sind f1:2.8 oder sogar f1:1.4. Kleine Werte = große Blende = große Öffnung.

Bei Zoomobjektiven hat man nun das Problem, dass diese Zahl immer die maximale Blende bei einer bestimmten Brennweite bezeichnet. Typischerweise werden Anfangs- und Endlichtstärke angegeben. Bei einem 18-200mm-Objektiv mit f=3.5 – 6.3 heißt das: Im Weitwinkel kann man mit Blende 3.5 fotografieren, im Zoom aber nur noch mit maximal Blende 6.3. Das lässt nur noch bei hellem Tageslicht genug Licht in die Kamera. Ansonsten müssen Sie länger belichten, und verwackeln unter Umständen das Bild.

Damit aber nicht genug: Die Blende ist auch für die Bildgestaltung verantwortlich. Je offener die Blende, desto mehr verschwimmt der Bildhintergrund. Das ist ein wichtiges Gestaltungsmittel, um den Vordergrund hervorzuheben und den Blick zu lenken. Wenn man die Blende aber gar nicht mehr weiter aufmachen kann, muss man auf diese Gestaltungsmöglichkeit verzichten.

Wenn man die Blende weiter aufmachen möchte, dann kann man …

  • näher ans Motiv gehen, und wieder aus dem Bild herauszoomen. Das verändert aber auch die Bildperspektive.
  • ein anderes Objektiv nehmen. Lichtstarke Zoomobjektive sind zwar sehr teuer, aber es gibt Alternativen: Beispielsweise gibt es Foto-Sets mit einem 18-55mm / f:3.5-5.6 und einem 55-200mm / f:3.5-6.3-Objektiv. Welches der Objektive nimmt man da wohl bei 55mm? 🙄
Jun 142010
 

Erste Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:

Wenn man reinzoomt, dann wackelt es eher.

Sie sind hier gelandet, weil das Bild zu wackeln angefangen hat. Das kommt häufig vor, wenn man in das Bild “hineinzoomt”, also die Brennweite erhöht, um einen Bildausschnitt zu vergrößern.

Da spielen leider zwei Effekte hinein, die beide gegen einen arbeiten:

  1. Bei einer langen Brennweite (Teleobjektiv) bewirkt jede kleinste Bewegung der Kamera eine viel größere Veränderung des Bildausschnitts als im Weitwinkel-Bereich. Wackeln wirkt sich also viel mehr aus.
  2. Bei den meisten Objektiven nimmt die Lichtstärke bei zunehmender Brennweite ab. Konkret wird das Objektiv-“Rohr” länger, und es kommt deshalb weniger Licht durch.*

In der Simulation sieht man letzteres daran, dass im Blendenregler ein roter Strich erscheint – man kann im Telebereich die Blende nicht mehr weit genug öffnen. Mehr dazu hier.

Wenn also nicht mehr so viel Licht auf einmal auf den Kamera-Sensor fällt, muss man eben länger belichten. In der Simulation geht deshalb die Belichtungszeit nach oben. Und wenn man länger belichtet, ist die Chance größer, dass man während dieser Zeit wackelt. Eine Faustregel besagt, dass man den Umkehrbruch der Brennweite “noch halten” kann: 1/200 sec bei 200mm, 1/60 sec bei 60mm etc.

Wenn es wackelt, dann kann man …

  • den Bildstabilisator einschalten: Das ist aber kein Allheilmittel, kann aber 1-2 Belichtungsstufen Vorteil bringen. Bei 200mm Brennweite kann man dann eben auch 1/100 oder 1/50 sec evtl. noch aus der Hand ohne Wackeln belichten
  • gleich ein Stativ nehmen. Das wackelt so gut wie gar nicht. Dann aber den Stabilisator ausschalten, und evtl. einen Fernauslöser verwenden, um die Kamera nicht berühren zu müssen!
  • ein anderes Objektiv verwenden, welches bei der gewünschten Brennweite mehr Licht durchlässt. Lichtstarke Teleobjektive sind aber sehr teuer
  • näher ans Motiv gehen, und wieder herauszoomen. Das Motiv ist dann genauso groß im Bild, aber man kann evtl. eine größere Blende wählen, und kurze Brennweiten sind auch nicht so wackelgefährdet. Leider ändert sich dadurch aber die Perspektive (das Verhältnis von Vorder- und Hintergrund).

Die letzte Maßnahme können Sie im Simulator testen: Stellen Sie Brennweite und Entfernung jeweils in die Mitte, klicken sie dann “Motivgröße konstant” an, und verschieben Sie einen der beiden Regler.

* Das stimmt zwar nur bedingt bis gar nicht, hilft aber als Eselsbrücke