Archive for category Zeitgeschehen
Neues von der Peter Bollin-Optimierung
Posted by Procrastinator in Blogging, Technik einfach, Zeitgeschehen on 13. February 2010
Liebe Leser, freudig kann ich verkünden, dass mein kleines Experiment* gefruchtet hat. Eine Google-Suche über “Peter Bollin” listet uns schon auf Platz 3 hinter dem rührigen “Klaus-Peter Bollin” (not related), aber das schaffen wir auch noch.
Die Suche nach “Peter Bollin Mathematik” bringt uns sogar auf Platz 1 bei Google. Der Bärgeiz ist geweckt, vielleicht können wir ja mit diesem Artikel sogar das Ranking noch verbessern. Besser als die Sprechstunden im OAG sind wir jetzt schon.
Ich freu mich schon, wenn P.B. mal beim Ego-Googling hier landet. Nicht, dass das wahrscheinlich wäre, aber für alle Fälle schon einmal ein herzliches “Hallo”. Ich hoffe, er verzeiht mir, dass ich ihn ungefragt in ein wissenschaftliches Experiment eingebaut habe.
* mangels Konkurrenz, das gebe ich gerne zu
Plädojee für Tee
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Spiessertum, Zeitgeschehen on 12. February 2010
Ein kürzlich abgegebener Kommentar hat mich zu einer Betrachtung von Modetees verleitet (vgl.: verlitten), tauchen doch seit einiger Zeit nach einem Abebben* der Roibusch-Welle** sogenannte “kreative Teemischungen” in den Supermärkten und Cafeteria-Teebars auf.
Mache sich jeder selbst ein Bild:
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Marketing-Berater (Lieblingstee “Kratzt Am Hals” von Lipton) eine Retro-Teewelle ausruft, und mit dann längst vergessenen Oldschool-Namen wie “Pfefferminz” oder “FAK” (Fenchel-Anis-Kümmel) bei seinem Auftraggeber die eine oder andere Million abgreift.
Abgesehen davon, dass man besonders am Arbeitsplatz sich genau überlegen muss, welchen Tee man trinken oder anbieten kann (ich denke da an “Klarer Kopf” oder “Oase der Aktivierung”), fallen mir zum aktuellen Trend natürlich sofort neue Namenskreationen**** ein.
Wie wäre es mit “Oase der Gleichgültigkeit”, “Wadi der Inneren Emigration”, “Wasserstelle der Nutzlosen Meetings”, und “Bekämpf den Kater”, “Ertrag den Klugscheißer” oder “Mach Dich Nackig”? Vorschläge herzlich willkommen!
* cooles Wort
** oder Roiboos, wie wir Profis*** sagen
*** oder Pros, wie wir Deppen sagen*****
**** Der Tee ist eh immer derselbe
***** The Return of the Mighty Footnote
Turned off by Robbie Williams
Posted by Procrastinator in Professionalism, Roadkill, Zeitgeschehen on 2. February 2010
Bei aktuellen “turned-off” Stück vom Wochenende lässt sich sogar die Entstehungsgeschichte rekonstruieren
You know me von Robbie Williams
(vgl. das Video auf Youtube)
Vermuteter Dialog zwischen dem Manager und dem Produzenten
Mensch, nur 6 Stücke diesmal, das können wir doch nicht als volles Album verkaufen!
Dann nehmen wir halt noch 3 Stücke vom Abfall dazu!
Und wenn wir dann noch eines davon als Single verkaufen müssen?
Dann stecke ich Robbie in ein Hasenkostüm, das geht immer!
“You know me” war garantiert das dritte der drei Stücke.
Suchmaschinenoptimierung mit Peter Bollin
Posted by Procrastinator in Professionalism, Roadkill, Zeitgeschehen on 26. January 2010
Ein kleines Abfallprodukt eines kürzlich veröffentlichten Artikels, der sich in einer Fußnote auf den berühmten, aber verkannten Mathematiker und Physiker Peter Bollin (lebend) bezog: Warum nicht mal eine Suchmaschinenoptimierung in dieser Richtung wagen?
Zu schlagen sind die Schwäbische Post (40 Jahre Jubiläum, wegen des Wettbewerbs nicht verlinkt), die Lehrersprechzeiten des Ostalb-Gymnasiums (dito [ohne tschö]), und ein Klaus-Peter Bollin, der gar nichts damit zu tun hat. Das Vorbild ist die “Hommingberger Gepardenforelle“. Mal schauen, was sich da erreichen lässt.
“Dito. Tschö!”
Posted by Procrastinator in Roadkill, Spiessertum, Zeitgeschehen on 10. January 2010
Mit kurzem “ö”. Das, liebe Leser, ist die derzeit hippste Erwiderung (*) auf ein “Schönes Wochenende” durch die Kassenkraft in der Herrenmode-Abteilung vom Breuninger. Und wir haben es als erstes gemeldet.
(*) Zumindest unter angesagten Clubgängern, die wohl 35 sind, aber aussehen wie 45, gerne 25 wären und sich deshalb verhalten wie mit 15. Und rote Ledergürtel kaufen.
Ein Gedanke zu Weihnachten
Posted by Procrastinator in Zeitgeschehen on 19. December 2009
Merken eigentlich die Leute, die über die Kommerzialisierung, Entsinnlichung, Verweltlichung und Ritualisierung des Weihnachtsfestes lamentieren, nicht, dass Sie selbst schon längst ein Teil dieses Treibens sind?
Ups, erwischt
Google bietet Glücksspiel an: “Google Alerts”
Posted by Procrastinator in Professionalism, Technik einfach, Zeitgeschehen on 4. December 2009
Aufreger der Woche(*): Google Alerts. Ein Benachrichtigungsservice, der einem per E-Mail melden soll, wenn zu bestimmten Suchbegriffen neue Websites erscheinen oder geändert wurden. Tolle Sache in Zeiten der Informationsflut, und doch solch ein Aufreger, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll, mich zu echauffieren.
Beispielsweise habe ich eine Benachrichtigungsmail gesehen, die hat zwar richtigerweise einen Eintrag aus einem Forum als Suchergebnis verschickt, aber a) mit einem falschen, aktuellen Datum versehen, obwohl der aktuellste Beitrag von 2007 war, und b) einen Beitrag mitten aus Seite 1 des Forenthemas genommen, wo doch das Thema sich über 7 Seiten erstreckte. Also mehr als irreführend, wenn man sich damit begnügt.
Derselbe Alert, mit denselben Suchbegriffen, gab beim Verschicken an eine andere E-Mail-Adresse einen komplett anderen, völlig irrelevanten Alert. Die Liste könnte man endlos weiter führen, denke ich. Es zeigt aber, dass die Ergebnisse dieses Dienstes gelinde gesagt “wenig nachvollziehbar” sind.
Die Probleme eines solchen “Informationsdienstes” sind vielfältig, und Öl im Feuer eines jeden Medienkritikers. Sinn und Zweck der Alerts ist es ja, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden, und das Relevante frei Haus zu liefern. Gerade die Relevanz ist jedoch nur vorgegaukelt, in Wirklichkeit wohl eher beliebig, und die Inhalte sind augenscheinlich auch noch fehlerhaft. Wer das nicht routinemäßig hinterfragt, spielt Informationslotto(**).
Wer nun diese Probleme auf den Beta-Status des Dienstes zurückführt, verkennt die wahre Problematik: Es ist die immer wieder gern gesehene Firmenpolitik von Google, nach Gutsherrenart über die Relevanz und Bedeutung von Informationen zu entscheiden. Und kaum jemand regt sich darüber auf. Das folgt 1:1 dem altbekannten Theorem der Retrievalforschung, dass man nur die Relevanz dessen beurteilen kann, was man auch als Information erhält, und nicht dessen, was man nicht gefunden hat. Ich weiß eben nicht, was ich nicht weiß.
Es gibt natürlich den Einwand, dass Journalisten, Politiker, Autoren, Fernsehschaffende, Blogger etc. ebenso Informationen zurückhalten, filtern, sieben, verfälschen, bearbeiten usw. Der Unterschied ist jedoch, dass dies in der Regel mehr oder weniger nachprüfbar, gesetzlich geregelt und transparent geschieht, und dass man ohnehin den Protagonisten mit Skepsis begegnet – wer glaubt schon einem Politiker?
Google hingegen hat sich eine eigene Welt erschaffen: Informationen werden gesammelt, aufbereitet und verteilt, ohne dass irgendjemand wüsste, nach welchen Kriterien dies geschieht. Das “Wie” wird ja explizit als privatwirtschaftliches Firmengeheimnis behütet. Alle (iPhone-Benutzer voran – zwei Rote Tücher auf einem Haufen
) unterwerfen sich einem Mechanismus, dessen Regelwerk sie allenfalls erahnen können. “Das wird in Google (nicht) gefunden” mag ein Kriterium für wirtschaftlichen Erfolg sein; über die Bedeutung von Informationen sagt es aber überhaupt nichts Verlässliches aus.
“Medienkompetenz” heißt unter anderem, Informationen beurteilen zu können, weil man weiß, wie das Medium funktioniert. Wenn die “Informationselite” die Informationen, welche Google gnädigst verteilt, nicht mit gaaaaanz spitzen Fingern anfasst, dann ist es mit der “Elite” nicht weit her.
Jaja, ich bin ja schon ruhig
(*) Die ist ja fast rum, man verzeihe daher meine Voreiligkeit
(**) Glückspiel kann süchtig machen. Chance 1:10 hoch 17.
Otto-Katalog: Super Verarsche, ey
Posted by Procrastinator in Professionalism, Spiessertum, Zeitgeschehen on 3. December 2009
Der Artikel über den Abschied vom Otto-Katalog musste erst von der Startseite dieses Blogs verschwinden, dass ich mir über die wahre Bedeutung Klarheit verschaffen konnte. Zwei Thesen bieten sich an:
- Erste Auslegung: Cool! Futuristischer, einfühlsamer Schwanengesang. “Herbst” steht für Ende unserer Kultur, Tod, Verwesung, Stille. Das Ende des Otto-Versands als Mahnmal für zukünftige Generationen. Wo soll derjenige, der als letzter das Licht auf der Erde ausmacht, seine Klamotten bestellen?
- Zweite Auslegung: QUELLE, nicht OTTO! Deeeeeeeeeeeep! Dööööööfki!
Entscheide sich jeder selbst für eine Version.
Die EnBW, der Bock und der Gärtner
Posted by Procrastinator in Professionalism, Zeitgeschehen on 14. October 2009
Zeitungsbeilage der EnBW gestern morgen: Die Broschüre “Wir machen Baden-Württemberg zum Energie-Musterland”. Schön, mal eine Zusammenfassung der Ideen in die Hände zu bekommen, die die EnBW zum Thema “nachhaltige Energiewirtschaft” hat:
- Intelligente Stromzähler beim Kunden
- Eine Website mit Tipps zum Energiesparen
- Hinweise zum Gebäude-Energieausweis
- Luft-Wärme-Kopplung zur Heizwärme-Gewinnung
- Beratung für Unternehmen bei der Senkung von Energiekosten
Nicht, dass das nicht alles sinnvolle Maßnahmen wären. Ist auch klar, dass hier nur der Endkunde angesprochen wird, und nicht der Investor für Offshore-Windparks oder Gezeitenkraftwerke. Und ich mache mir auch sonst keine Illusionen: Das sind alles Maßnahmen, die das Kerngeschäft der EnBW sichern/fördern/nicht wesentlich gefährden.
Ich möchte damit etwas anderes belegen, liebe konservativ-liberale Regierungsparteien: “Laufzeiten von Kernkraftwerken verlängern, damit die private Energiewirtschaft mit den Zusatzgewinnen die Entwicklung alternativer Energieformen vorantreiben kann”? Schöne Idee, aber damit wird keine einzige Energieform entwickelt, die uns von der EnBW unabhängiger machen kann. Blockheizkraftwerke, Solarstrom? Eher wird noch das Energie-Einspeisegesetz per Lobby zu Fall gebracht.
Dream on, liebe CDU. And sit you ass wide in the EnBW Aufsichtsrat.
Erklär mir die Welt Teil 1: Die Börse
Posted by Procrastinator in Lebenshilfe, Professionalism, Zeitgeschehen on 12. October 2009
Schon wiiiiieder Klugscheißerei? Weit gefehlt, eine Bitte! Ein Hilferuf sogar! Kann mir das jemand mit der Börse erklären?
Also der Reihe nach die Faktenfaktenfakten: Der DAX befindet sich auf dem Höhenflug, hat seit Jahresanfang um 60% zugelegt. Trotz schlechter Wirtschaftszahlen und nochundnöcherner Hiobsbotschaften. Bin ich naiv, wenn ich nicht verstehe, was da gerade passiert? Oder nur allzu normal?
Jetzt habe ich ja bis weit in mein viertes Lebensjahrzehnt hinein geglaubt, dass die Börse vor allem zwei Dingen dient:
- Preise über Angebot und Nachfrage auszuhandeln, beispielsweise an den Rohstoffbörsen
- Sich mit Aktien (=Anteilen) an einem Unternehmen zu beteiligen, und dann per Dividende und Wertsteigerung an dessen wirtschaftlichem Erfolg (vulgo: Gewinn) teilzuhaben
Blöde? Naiv? Jaaaaa!
Wenn man dem Kommentar der Stuttgarter Zeitung von heute glauben darf (wer eine bessere Erklärung hat, nur zu!), sind die aktuellen Kursanstiege darauf zurückzuführen, dass die institutionellen Anleger einfach momentan zu viel Geld haben, und nicht wissen wohin damit. Anlageformen wie Tagesgeld, Anleihen und Gold sind angesichts niedriger Krisenzinsen und hoher Goldpreise offenbar ausgelutscht.
Mein Tipp: Man könnte ja auf die blöde Idee kommen, Kredite an produzierende Firmen zu vergeben, oder sich anderweitig unmittelbar an der Wirtschaft zu beteiligen, so dass es deren Liquidität oder Kapitaldecke zugute kommt. Aber mit echter Wertschöpfung und unternehmerischem Risiko macht sich niemand die Finger schmutzig, wenn er nicht muss. Und die Renditen sind dabei ja sowas von lachhaft.
Bleibt nur die Investition in diejenigen Börsenwerte, die marginal weniger schlechte Nachrichten als andere hervorbringen. Für mich sieht das dann nicht so aus, als ob sich der Anleger am unternehmerischen Erfolg beteiligt (legitim), stauchelnde Unternehmen stützt (noch legitimer), oder neue Geschäftsideen nachhaltig fördert (auch gut). Vielmehr wettet man mit dem Geld fremder Leute auf Gerüchte, und hofft, das immer noch jemand a.) später b.) dümmer ist als man selbst.
Und das alles offenbar nur aus Langeweile, weil man als Börsianer einfach nichts anderes machen kann als “Geld anlegen”. Nebengedanke: Hat eigentlich schon jemand über Kurzarbeit an der Böse nachgedacht? Einfach früher heimgehen, weil es nix zu handeln und zu beteiligen gibt?
Wenn das alles so stimmt, hatten wir das schon einmal. Oder mehrmals. Man bestätige mir bitte folgende These: Die Börse wurde einmal als Abstraktion der Realwirtschaft ersonnen. Mittlerweile ist die Abstraktion aber so abstrahiert, dass sie mit der Realwirtschaft nichts mehr verbindet – bis auf den Schaden, den sie anrichtet.
Wenn das also wirklich stimmt, dann kann ich mein Geld endlich sinnvoll (z.B. in Whisky) anlegen.
Und demnächst an dieser Stelle:
Erklär mir die Welt Teil 2: Dotcom Bubble 2.0
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