Jul 222009
 

Eigentliches Thema war folgendes: Schreibt doch ab und an der “renommierte Journalist und Blogger” Peter Glaser (in Anführungszeichen nicht als Herabsetzung, sondern weil ich a. zu faul war, das Zitat auch nur im Ansatz nachzuprüfen, und b. das auch nur aus dem Gedächnis wiedergebe) … – Mist, Faden verloren.

Also nochmal: Da schreibt “er” (s.o.) ab und an in der Rubrik “Entdecken” eine Kolumne über seine “Reisen durch die digitale Welt”, und danach wird schön auf sein Blog auf der Website der Stuttgarter Zeitung verwiesen. Also der Haus- und Hof, Leib- und Magen, Nagel- und Kopf sowie Faust- und Auge-Blogger der Stuttgarter Zeitung. Wird fürs Surfen und Denken bezahlt, was für ein Leben.

Anlass dieses Artikel ist meine übliche Verarbeitung der morgendlichen Zeitungslektüre. Heute schreibt Herr Glaser über Bücherverbrennungen. Und schreibt so, wie er surft: In wilder Assoziation scheinen die Themen von Klick zu Klick zu wechseln. Dabei gleichen die Abfolge und die Zusammenhänge der Konsistenz einer Google-Ergebnisliste (“Meinten Sie Bücherverbannung?“). Mir nimmt das eines meiner Haupt-Unterscheidungskriterien zwischen gedrucktem und digitalem Journalismus aus der Hand, denn ich behaupte immer, vor dem Druck sei in der Regel die Beschäftigung mit einem Artikel intensiver, was die Überarbeitung, Gliederung etc. angeht. Nichts davon ist hier zu sehen. Selbst wenn man es als Glosse / Kolumne / Meinung / Reisebericht liest.

Nun kann es ja sein, dass nur mir das so vorkommt, deshalb wollte ich zum Nachlesen einen Link auf diesen Artikel setzen. Den fand ich leider nicht im Blog von Herrn Glaser, aber dafür ein anderes Phänomen:  Schon die Startseite ist vollgestopft mit ellenlangen Listen von eingebundenen Youtube/Vimeo/Sonstwas-Videos. Das eine oder andere witzige ist dabei, viel Abstruses, vielleicht auch Sinnvolles, aber mein Rechner bricht unter der Last von 30 Flashs auf einer Seite fast zusammen. Und das alles als Ausbeute von einem Tag! Montag!

Das mag nur eine Ausnahme sein, aber zu weiteren Recherchen hatte ich keine Lust mehr. Man stelle sich aber Herrn Glasers Tag vor: Den ganzen Tag Youtube glotzen und bezahlt werden. Herr.S, wäre das nichts für Sie?