Sep 232009
 
Nikolaus Lenau – Herbst
Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.
Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.
Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.
In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör’ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

Rings ein Verstummen, ein Entfärben:
Wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
Sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
Ich liebe dieses milde Sterben.
Von hinnen geht die stille Reise,
Die Zeit der Liebe ist verklungen,
Die Vögel haben ausgesungen,
Und dürre Blätter sinken leise.

Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.

In dieses Waldes leisem Rauschen
Ist mir als hör’ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
Nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

Nikolaus Lenau – Herbst

Jun 032009
 

Wer kennt dieses Problem nicht: Plötzlich rasante Nachfrage nach Informationsoutput von Extern, möglicherweise auch noch kreativ angehaucht.

Beispiel: Kindernamen. Wird bekanntlich von jetzt auf gleich gebraucht.

Bevor die Spannung unerträglich wird – es geht gut aus. D.h. Geburt erst in mehreren Monaten, es muss noch nichts entschieden werden.

Wer einen Internetanschluss hat, kann sich sowieso erstmal entspannt in den Ohrensessel schmiegen. Nichts leichter, als sich – ganz  kreativ  – online ein paar tausend Namen anzuschauen.

Da klingt anfangs natürlich jeder ein bischen blöd (oder besser: TOTAL blöd). Nach ca. 200 unterschiedlichsten Namen (alle mit “A” beginnend, außer bei den Exotenseiten, die das Alhpabeth von hinten aufziehen oder mit Zahlen beginnen), also, nach einer gewissen Angewöhnung geht es dann schon etwas leichter.

Am besten – breaking the ice – sucht man sich den Namen raus, der im Vergleich zu seinen direkten Nachbarn einen minimal besseren Eindruck macht; was auch immer “besser” in dieser Phase unserer Suche bedeutet. Ist aber die Hemmschwelle erst einmal überwunden, klingen plötzlich der überübernächste, der 3. von “B” und eine ganze Reihe mit “Ba” recht akzeptabel.Von jetzt auf gleich hat man ein wahres Füllhorn an Spitzennamen. UND es stellt sich ein Gefühl der Erleichterung und – zugegeben – Stolz ein. Das war nicht so schwer… Aufgabe  BRILLIANT  gelöst.

Jetzt die ganze Auswahl in eine lange Liste kopiert, kurz das Layout überarbeiten (dazu ein andermal mehr) und… später triumphal präsentieren. (Weiss gar nicht, warum da einige “Probleme” haben, looser.)

Hinweis: Es waren in unserem oben beschriebenen Beispiel natürlich keine tausend Namen im Spiel – das Ganze funktioniert auch mit ein paar Hundert. Der Autor musste sich aus “Zeitgründen” auf biblische (http://www.namenspatron.de) und germanische Vorrnamen (http://www.runenkunde.de) beschränken. (1. Grund für die Auswahl: Es waren die ersten “kurzen” Ergebnislisten 2. Die websites wurden NICHT auf sonstige unerwünschte Inhalte überprüft (Sekte, rechtsextremer Hintergrund, Langeweilegefahr) – Besuch also auf eigenes Risiko).

Epilog und Expertentipp:
Die gespeicherte Liste  NIE ein zweites Mal durchlesen! Die Liste auch  NICHT präsentieren – jede Ausrede bietet sich an,  JEDE! Außer Schamgefühl und dem völligen Verlust von Selbstsicherheit und Kompetenz in Geschmacksfragen stellt sich kein dauerhaftes Ergebnis ein.

(Uroma und Uropa hatten doch sooo schöne Namen…)

May 302009
 

Ein zweiteiliger Beitrag mit überraschender Wende.

Teil 1: Der Cremespender

(file under: Spiessertum)
Der Spender vorher - und nachher

Der Spender vorher und nachher

Nachdem mir in den 80ern niemals Zahncreme aus dem Spender ins Haus gekommen war, fand sich kürzlich aufgrund eines Tubenengpasses bei dm ein Cremespender im Bad ein. Wer hat diesen Schwachsinn verbrochen? (Antwort: Derjenige, der damals – zurecht – wegen der Zahncremespenderaffäre entlassen worden war).

Schwachsinn, weil:

  • Der Spender mehr Plastikmüll als Inhalt enthält
  • Man nicht feststellen kann, wann das Ding leer ist
  • 50ml Creme deutlich mehr kosten als 75ml in der Tube

Punkt 2 eine Erklärung: Erstens wiegt die Verpackung mehr als der Inhalt. Zweitens ist die einzige Rückmeldung, dass die Creme verbraucht ist, die, dass keine mehr kommt. Von jetzt auf gleich. Binär. Creme für Fatalisten und Computerfreaks.

Die Tube hat hingegen diese softe, analoge Vorwarnung: “Spoootz!”, was soviel heißt wie “Du kannst mich noch ein wenig ausnudeln, solltest aber alsbald über einen Ersatz nachdenken”. Nicht so beim Spender: Der Widerstand wird bockelhart, als sei von jetzt auf gleich der Bremskraftverstärker ausgefallen, und nichts geht (oder kommt) mehr.

Also auch keine Wahl für den Geschäftsreisenden (gleich noch den Haken bei “Professionalism” gesetzt) oder Urlauber: Wer geht mit einem Utensil auf Reisen, dessen enormer Platzbedarf nicht mit dem Füllstand abnimmt, aber das am zweiten Abend im Hotel plötzlich die Funktion einstellt? Oder man steht mit dem Spender an der Sicherheitskontrolle im Flughafen, der diensthabende Kevin (Insiderwitz) sagt “drücken Sie da mal ein wenig Creme raus”, und gerade in dem Moment ist Schluss – da gehen sofort die Sirenen an!

Das Ding ist allenfalls was für Planungsmuffel und Pessimisten: Halbleer oder halbvoll ist nie die Frage – man wird es erst erfahren, wenn es zu spät ist.

Weil ich aber wenigstens wissen wollte, wie die Industrie (oder die Hau(p)tpflege-Mafia) so etwas anstellt, und wie überhaupt die Creme aus dem Spender kommt, hab ich mir den leeren Cremespender vorgenommen – und die Wende in unserer Beziehung eingeleitet.

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