Jul 052009
 

Erster Teil einer neuen Serie, in der ich in loser Folge Erfahrungen aus dem Umgang mit Ebay veröffentlichen werde. Nicht alle Erfahrungen waren gut, deshalb soll es vor allem helfen, dieselben Fehler zu vermeiden.

Ausgangspunkt ist immer derselbe: Man sieht ein Produkt, und will es haben. JETZT! SOFORT! Gier war schon immer ein schlechter Ratgeber. Wenn man die Gier jetzt nicht zügeln kann: Einfach in den Laden gehen, und das Produkt kaufen. Ebay sollte man in solchen Fällen meiden, denn Ungeduld wird bei Ebay unvermeidlich mit einem Preiszuschlag bestraft.

Also mein modifizierter Ausgangspunkt: Man will ein Produkt haben, und das zu einem möglichst günstigen Preis. Als erstes steht deshalb die

Markterhebung

Man will ja wissen, was überhaupt ein “möglichst günstiger Preis” ist. Wenn mich Leute auf Ebay aufregen, dann sind es die, die im Kaufrausch auf gebrauchte Artikel Mondpreise bieten – möglichst noch solche, die über dem Neupreis liegen! Hier also ein paar Tipps für die Markterhebung

  1. Was ist der günstigste Händlerpreis für das Produkt? Über Preissuchmaschinen bekommt man das recht schnell heraus. Wenn das gesuchte Produkt nicht neu zu haben ist: Was kostet der Nachfolgeartikel? Was sind mir die schlechteren Eigenschaften des gebrauchten Artikels wert?
  2. Gibt es mehrere Artikel, die in Frage kommen? Modelle, Baureihen, alternative Hersteller? Wie liegen die preislich in Relation zueinander? Was sind mir fehlende / zusätzliche Eigenschaften wert?
  3. Nun geht es daran, eine Suche in Ebay zu starten. Am besten nicht nur eine, sondern einmal am Wochenbeginn, in der Wochenmitte, und am Freitag, dann hat man den Wochenverlauf abgedeckt. Und das über alle möglichen Suchbegriffe. Und womöglich auch nach abstrusen Varianten suchen: Tippfehler, unterschiedliche Schreibweisen usw.
    • Wenn es sich herausstellt, dass das Angebot so spärlich ist, also nur 1-3 Angebote erscheinen, dann gilt nur eines: Limit setzen, und mitbieten! Diese Anleitung gibt nur für Angebote in ausreichender Anzahl!
    • Die Suche abbrechen sollte man auch, wenn der Aufwand in keinem Verhältnis zur erwarteten Geldersparnis steht. Das schließt natürlich das Verfassen von Blog-Artikeln nicht ein :-).
  4. Alle Suchergebnisse setzt man mit einem Mausklick unter “Beobachtung“. Ausnahmslos. Und dann einfach eine Woche warten, bis alle Auktionen (und auch Sofortkauf-Angebote) abgelaufen sind.
  5. Nach einer Woche wird das Angebot gesichtet:
    • Nach unterschiedlichen Alternativprodukten gliedern – nicht Äpfel und Birnen vergleichen
    • Mindest- und Höchstpreise der einzelnen Artikel herausfinden
    • Analyse von Ausreißern nach unten: Warum wurde der Artikel so billig verkauft?
      • Zeitpunkt des Verkaufs (Wochenende, Wochenmitte, Arbeitszeit, nachts, vor/nach vielen ähnlichen Auktionen)
      • Offensichtliche Mängel (alter Akku, fehlende Teile)
      • Beschreibung gut / schlecht / unzureichend (verschwiegene Mängel; Bilder)
      • Wurde von wenigen Interessenten gefunden (Zähler am Seitenende)
      • Bewertung/Herkunft des Verkäufers
      • Angebotene Zahlungsweisen
      • Auslandsversand, nur Abholung
      • Versandkosten (immer den Gesamtpreis betrachten)
  6. Diese Übersicht wird nun gewichtet:
    • Welche Artikel(-varianten) kommen weiterhin in Frage?
    • Welche Preise sind dafür realistisch?
    • Welcher Preis für welchen Zustand/Ausstattung/Zubehör?
    • Was sind K.O.-Kriterien? Wann nimmt man besser vom Kauf Abstand?

Nach diesen Schritten sollte man ein Gefühl dafür haben, welche(s) Produkt(e) in Frage kommen, und was sie in verschiedenen Zuständen kosten dürfen. Welchen Preis man dann anstrebt, d.h. wo man das persönliche Limit ansetzt, bleibt einem dann selbst überlassen.

So viel zum Thema Marktbeobachtung. Weitere mögliche Themen in kommenden Folgen:

  • Richtiges Suchen
  • Das richtige Angebot zum richtigen Zeitpunkt
  • Doofe und superdoofe Bieter
  • Versandkosten und Gesamtpreis
  • Bestellungen aus dem Ausland
  • Betrügereien und Käuferschutz: Verkäufer beurteilen
  • Bieten, ohne anwesend zu sein
  • Sniper-Software (Biet-o-matic, esniper)

Hinweis: Diese Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. (Nicht-) befolgung auf eigene Gefahr. Der Verfasser übernimmt keine Haftung für Schäden, die durch die Beachung oder Nichtbeachtung der Tipps erfolgen.