Jan 242010
 

Update zum Artikel “Geräte laden am USB-Port“:

  • Erfolgreich ein bestehendes HAMA-Ladegerät umgebaut: Auf der Platine war deutlich zu sehen, dass die Datenleitungen der USB-Buchse einfach nur in Lötaugen eingelötet waren, ohne weitere Verbindung. Mit einem Tropfen Lötzinn verbunden, fertig!
  • Ein Ladegerät von Motorola mit (Mini-)USB-Ausgang hat sich als korrekt (=Nokia-tauglich) beschaltet herausgestellt.
  • Das folgende Bild zeigt den Prototyp für einen USB-Zwischenadapter für Nokia- und ähnlich anspruchsvolle Telefone. Die Isolierung besteht aus Heißkleber, nicht altem Kaugummi oder Rotz.

USB-Adapter für Ladegeräte und Nokia-Handys (Prototyp, Copyright, GEHEIM)

Jan 092010
 

Nachdem ich mit gestrigem Beitrag den letzten milde interessierten Leser verprellt habe, gibt es jetzt für die restlichen Pflichtleser (*) mal wieder was total nützliches.

Anlass: Mein Handy wird über USB-Kabel aufgeladen. Verschiedene Szenarien:

  • Rechner A: Handy lädt, egal ob der Rechner an oder aus ist
  • Rechner B: Handy lädt nur, wenn mit dem Rechner kommuniziert wird
  • Rechner C: Handy lädt gar nie nein nie nicht niemals am USB-Port.
  • USB-Ladegerät mit Orginal-USB-Ladekabel: Handy lädt nicht
  • Original-Ladegerät mit USB-Stecker: Lädt einwandfrei

Also wieder so eine Sch…-Geschäftemacherei, nachdem die EU die Hersteller ja per “Selbstverpflichtung” gezwungen hat, Geräte nur noch per USB zu laden? Muss ich nun doch wieder *zig Ladegeräte mit in den Urlaub schleppen?

Weit gefehlt (anschwellende Trompeten künden vom Triumpf): Ein wenig googlen (gugeln?) ergibt, dass es wohl (**) eine spezielle Spezifikation für USB-Ladegeräte gibt. Ein USB-Gerät erkennt wohl an einen Widerstand von 0 bis 200 Ohm zwischen den USB-Datenleitungen D+ und D-, dass es an einem speziellen Ladegerät hängt. Ein größerer Widerstand deutet hingegen auf eine Datenverbindung hin.

Das erklärt natürlich vieles: Zum Einen kann es sein, dass mancher Computer einen zu hohen Widerstand zwischen den Datenleitungen aufweist, und deshalb mein Handy nicht lädt. Zum Anderen haben die meisten USB-Ladegeräte natürlich nur die USB-Power-Leitungen beschaltet, und nicht die Datenleitungen. Wenn die nicht einmal beide auf Masse liegen, ist der Widerstand natürlich auch unendlich. So auch bei meinen USB-Ladern (nachgemessen).

Weiteres leitet sich aus dem normgerechten Verhalten von USB-Geräten ab: Ein USB-Gerät darf erst einmal nur 100 mA aus einer USB-Datenverbindung saugen, und erst nach Kommunikation mit dem Host-Gerät bis zu 500 mA. Mein Handy ist da besonders zurückhaltend und zieht erst einmal gar keinen Saft, bekommt aber mangels Datenkommunikation aus ruhenden Computern und USB-Ladegeräten auch keine Erlaubnis, zumindest die 500 mA abzuzapfen.

Abhilfe: Einen kleinen Zwischenstecker gebastelt (USB-Buchse auf -stecker) und darin die Datenleitungen (innere Kontakte) zum USB-Gerät hin (also an der Buchse) miteinander verbunden. Dabei nicht vergessen, auch die Abschirmung durchzuverbinden. Schon geht es mit dem Laden, weil nun das Gerät weiß, dass es an einem Ladegerät hängt.

Warnung: Den Adapter in Datenverbindungen (also am PC) nicht einsetzen, das verursacht streng genommen einen Kurzschluss auf den Datenleitungen! Und auch nicht einsetzen bei Geräten, die eigentlich gut laden! Verwendung auf eigene Gefahr!

Zu letzterem auch noch eine Anmerkung: Das Ganze könnte auch der Behauptung von Herrn S. Aufwind geben, dass bestimmte Geräte am PC oder an universellen USB-Ladegeräten schlechter, d.h. langsamer als am Original-Ladegerät laden. Hypothese: Das Gerät weiß (PC) bzw. denkt (Ladegerät), dass es an einer Datenleitung hängt, und saugt nicht mehr als die erlaubten 500 mA (oder nur 100, je nach Konformität), obwohl es > 1A bekommen könnte.

Ipod-User scheinen übrigens dasselbe Problem zu haben, aber da kauft man ja gerne stylisches Original-Zugehör. :mrgreen:

(*) also Herr.S
(**) nach neuem EU-Recht, harharhar

Sep 262009
 

Weil mein gut gemeinter Vorschlag unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn ist, werde ich ab jetzt in lockerer Folge mein Training als MMPAÜ offen legen.

Lektion 1:

Websession USB-Stick Art. Nr.: 1235955
BEREITS AB € 0,49 INS INTERNET (18)

29,-

(18) Dieser Stick ist so günstig, weil er nur mit der mitgelieferten CallYa-Karte funktioniert.(a) Wenn Sie den Stick mit anderen Karten nutzen möchten, gilt: € 100 zuzahlen oder 24 Monate warten.(b) Die mobile Datennutzung über den APN (Zugangspunkt) event.vodafone.de (c) erfolgt in vorausbezahlten WebSessions für bestimmte Zeiteinheiten. Einmal begonnene WebSessions werden unabhängig von der Nutzung nach dem gebuchten Zeitraum beendet.(d) Eine WebSessions im dt. Vodafone Netz wird unabhängig von der gebuchten Zeit nach Ausschöpfung eines Datenvolumens von 1GB für Download und Upload beendet.(e) Für die Nutzung im dt. Vodafone Netz gelten bis zum 31.09.2009 folgende Preise: 15 Min. 0,49€, 2 Std. 1,95 € oder 7 Tage 9,95 €, danach erfolgt die Abrechnung zu folgenden Preisen: 30 min €1,95, 1 Std €2,95, 24 Std €4,95.(f) Für die Nutzung ist ein Mindestguthaben in Höhe des Nutzungspreises erforderlich.(g) Datenübertragungsrate ist standort- und netzabhängig. Das VodafoneUMTS-Netz ist bereits in über 2.500 Städten und Gemeinden verfügbar.(h) Infos zur individuellen Netzabdeckung sind unter www.vodafone.de abrufbar. Die SIM-Karte ermöglicht nur paketvermittelte Datendienste im UMTS- und GPRS-Netz, andere, insbesondere leitungsvermittelte Dienste sind deaktiviert.(i) Die Nutzung von WebSessions für Voice over IP und Peer-to-Peer ist nicht gestattet.(j) Sonderdienste/nummern werden abweichend tarifiert.

Und hier die Übersetzung (Tipp: Text mit der Maus markieren):

(a) OK, kein Problem, daran hat sich das Volk gewöhnt.

(b) Als ob das eine Alternative sei. So einen Stick gibt es schon für € 60,- auf Ebay

(c) Uh-oh, eine Festlegung auf einen speziellen Event-APN. Wenn man den normalen von Vodafone nimmt, wird es wahrscheinlich richtig teuer …

(d) Harmlos und OK.

(e) AHA, Pferdefuß Nummer eins: Download bricht wegen Zeit oder Datenvolumen ab. Wenn ich nach Zeit bezahle, sollten die Daten nicht beschränkt sein.

(f) Der Hammer! Maximal eine Woche (1) gilt das tolle Angebot, danach wird es um 100%, 200% bzw. 350% teurer. Nennt man so etwas nicht “Wucher” und “übermäßiges Anlocken”?

(g) Das kennt man ja schon: “Prepaid” heißt “zinsloses Darlehen” für den Mobilfunkprovider.

(h) Wieviele Städte und Gemeinden gibt es in Deutschland?

(i) Sprich: Mit der Karte kann man nicht telefonieren. Da sind andere weiter.

(j) Und wieder so eine Einschränkung. “Nicht gestattet” ist alles, was Spaß macht und Nutzen bringt.

USB-Mikrofonie, Teil 1: Der Weg ist das Ziel

 Technik einfach, Videobearbeitung  Comments Off on USB-Mikrofonie, Teil 1: Der Weg ist das Ziel
Jul 072009
 

(Als Teil 1 bezeichnet  in der Hoffnung, dass es noch mehr werden. Das Potenzial ist da, siehe unten.)

Hier berichte ich in loser Folge von meinem neuesten Projekt: Sprachaufnahmen am PC, natürlich mit einem Mikrofon.

Genauer gesagt stehen 3 Anwendungen im Vordergrund: Podcasts, Vertonung von Screencasts, und nicht zuletzt die Verwendung bei VOIP (SIP und Skype, dann hab ich alle Buzzwords zusammen). “Screencast” muss ich vielleicht noch erklären: Dabei handelt es sich um die Aufzeichung von Abläufen auf dem Bildschirm – in der Regel, um eine Software zu erklären. E-Learning ist da das Thema (Buzzword-BINGO!). Eine der besten Softwares dafür ist Camtasia.

Dieses Thema hat bei mir eine lange Vorgeschichte, die ich aber in einigen wenigen Glaubensgrundsätze zusammenfassen möchte. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die in Computer eingebaute Audio-Hardware zu guten Sprachaufnahmen nichts taugt. Das geht Hand in Hand mit der Tatsache, dass die meisten günstigen Mikrofone Schrott sind. Und Headsets sowieso. Der letzte Beweis war ein teures Lenovo T61 Notebook. Mehr als Schrott, aber nicht richtig gut.

Meist liegt dies daran, dass die elektrischen und akustischen Eigenschaften von PC-Mikrofoneingängen und Mikrofonen (oder bei Notebooks sogar des eingebauten Mikrofons) nicht oder nicht gut aufeinander abgestimmt sind. Die Folgen:

  • Keine oder unzureichende Phantomspeisung für Kondensatormikrofone
  • Niedrige oder (selten) zu hohe Empfindlichkeit der Mikrofone
  • Beim Zuschalten des Mikrofonverstärkers auf der Soundkarte zu hoher Rauschanteil im Signal
  • Aufnahme von Eigengeräuschen und Schwingungen des Rechners, vor allem bei Notebooks (Festplatte)
  • Undefinierte Richtcharakteristik der Mikrofone, die mehr Nebengeräusche als Nutzsignal aufnehmen (oder Echos produzieren)

Diese Liste ließe sich endlos verlängern, aber der Frust wächst beim Berichten überproportional, deshalb gleich zum Positiven. Ein erster Lichtblick war eine Webcam, die ich mir irgendwann im Jahr 2003 zugelegt habe: Eine Philips Vesta PCVK675. Neben der (immer noch) guten Bildqualität hat mich bei dieser Kamera vor allem begeistert, dass das eingebaute Mikrofon problemlos alles aufnehmen konnte, was sich vor der Kamera befand – bis weit in den Raum hinein.

Das lag eben daran, dass es sich um ein USB-Mikro handelte (oder besser handelt: Ich habe immer noch 3 Vestas in Betrieb). Die Soundkarte ist da quasi mit dem Mikrofon gekoppelt, der Rechner erhält über USB die fertigen, digitalen Daten, statt leidlich normierter analoger Impulse. Für mich ist das ein bestechendes Prinzip, denn so kann der Hersteller (theoretisch) die elektrischen Daten von Mikro und eingebauter USB-Soundkarte perfekt aufeinander abstimmen. Das Ergebnis war zwar bei der Vesta nicht berauschend (lies: es  war berauschend), aber in der Praxis hatte ich nie zuvor so guten Ton mit so wenig Problemen. Anmerkung nebenbei: Gute Mikrofone sind bei guten Webcams mittlerweile gang und gäbe.

Nächster Meilenstein auf dem Weg zu Erleuchtung Erhörung war der Logitech Easycall Desktop, der leider auch nicht mehr vertrieben wird. Im drahtlosen Maus- und Tastaturempfänger ist ein USB-Freisprechtelefon eingebaut, welches den Preis von 40 Moppen (Lasermaus, Tastatur, Headset, Freisprecheinrichtung) mehr als rechtfertigt. Das bestechende bei dieser Kombination von Ton-Ein- und Ausgabe in einem Gerät ist die Möglichkeit, störende Echos beim Freisprechen direkt im Gerät zu unterdrücken. Das Ergebnis: Freisprechen mit Skype und dem Logitech Easycall ist wirklich so, als wäre das Gegenüber … nun ja … eben gegenüber. Das hat auch etwas damit zu tun, wie Skype noch den Ton verbessert, aber dazu vielleicht später mehr. Fakt bleibt, dass Freiskypen fast nicht besser geht.

Mit dem Logitech-Gerät war dann erst einmal für die Telefonie ein guter Stand erreicht – bis mich das Screencast-Fieber packte. Einfacher und nachhaltiger als mit Bildschirmvideos kann man jemanden eine Software nicht beibringen (und danach seine Ruhe haben). Die Hardware schien ja bereits vorhanden: Ein gutes Mikrofon für die Sprachaufnahme enthält ja das Logitech-Speakerphone, also muss man nicht mal ein doofes (analoges) Headset tragen, in das man doch am Ende nur asthmatisch reinkeucht. Alles geritzt? Von wegen!

Was beim Skypen noch nach authentischen Raumklang klang (… klang klang klang …),  klingt im aufgezeichneten Video nach Turnhalle. Damit war die Zielsetzung klar. Ein Mikrofon muss her, mit folgenden Eigenschaften:

  • USB-Technologie, um die geschilderten Abstimmungsschwierigkeiten zu vermeiden
  • Ausreichende Emfindlichkeit für Raumaufnahmen, Podcasts und dergleichen, so dass man für einen ordentlichen Aufnahmepegel nichts ins Mikro beißen oder schreien muss
  • Unterdrückung (oder besser: Gar nicht erst die Aufnahme) von Störgeräuschen
  • Hervorragender Klang (klar)

Oder zusammengefasst: Über 100-Euro. Mindestens! Uh-oh!

Fortsetzung folgt.