Foto-WennDann Nummer 2: Lichtstärke [WD2]

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Jun 152010
 

Zweite Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:

Wenn man reinzoomt, dann geht die Blende nicht mehr so weit auf.

Sie sind hier gelandet, weil beim hineinzoomen ins Bild ein roter Strich auf dem Blendenregler erschienen ist, und Sie nicht mehr den Regler in diesen Bereich ziehen konnten.

Das hat etwas mit der “Lichtstärke” eines Objektivs zu tun. Die sagt aus, wie weit man die Blende eines Objektivs maximal öffnen kann, wieviel Licht also maximal durch das Objektiv gelangen kann. Ein typischer Wert ist f1:4, sehr gute Werte sind f1:2.8 oder sogar f1:1.4. Kleine Werte = große Blende = große Öffnung.

Bei Zoomobjektiven hat man nun das Problem, dass diese Zahl immer die maximale Blende bei einer bestimmten Brennweite bezeichnet. Typischerweise werden Anfangs- und Endlichtstärke angegeben. Bei einem 18-200mm-Objektiv mit f=3.5 – 6.3 heißt das: Im Weitwinkel kann man mit Blende 3.5 fotografieren, im Zoom aber nur noch mit maximal Blende 6.3. Das lässt nur noch bei hellem Tageslicht genug Licht in die Kamera. Ansonsten müssen Sie länger belichten, und verwackeln unter Umständen das Bild.

Damit aber nicht genug: Die Blende ist auch für die Bildgestaltung verantwortlich. Je offener die Blende, desto mehr verschwimmt der Bildhintergrund. Das ist ein wichtiges Gestaltungsmittel, um den Vordergrund hervorzuheben und den Blick zu lenken. Wenn man die Blende aber gar nicht mehr weiter aufmachen kann, muss man auf diese Gestaltungsmöglichkeit verzichten.

Wenn man die Blende weiter aufmachen möchte, dann kann man …

  • näher ans Motiv gehen, und wieder aus dem Bild herauszoomen. Das verändert aber auch die Bildperspektive.
  • ein anderes Objektiv nehmen. Lichtstarke Zoomobjektive sind zwar sehr teuer, aber es gibt Alternativen: Beispielsweise gibt es Foto-Sets mit einem 18-55mm / f:3.5-5.6 und einem 55-200mm / f:3.5-6.3-Objektiv. Welches der Objektive nimmt man da wohl bei 55mm? 🙄
Jun 142010
 

Erste Erklärung zum interaktiven Foto-WennDann:

Wenn man reinzoomt, dann wackelt es eher.

Sie sind hier gelandet, weil das Bild zu wackeln angefangen hat. Das kommt häufig vor, wenn man in das Bild “hineinzoomt”, also die Brennweite erhöht, um einen Bildausschnitt zu vergrößern.

Da spielen leider zwei Effekte hinein, die beide gegen einen arbeiten:

  1. Bei einer langen Brennweite (Teleobjektiv) bewirkt jede kleinste Bewegung der Kamera eine viel größere Veränderung des Bildausschnitts als im Weitwinkel-Bereich. Wackeln wirkt sich also viel mehr aus.
  2. Bei den meisten Objektiven nimmt die Lichtstärke bei zunehmender Brennweite ab. Konkret wird das Objektiv-“Rohr” länger, und es kommt deshalb weniger Licht durch.*

In der Simulation sieht man letzteres daran, dass im Blendenregler ein roter Strich erscheint – man kann im Telebereich die Blende nicht mehr weit genug öffnen. Mehr dazu hier.

Wenn also nicht mehr so viel Licht auf einmal auf den Kamera-Sensor fällt, muss man eben länger belichten. In der Simulation geht deshalb die Belichtungszeit nach oben. Und wenn man länger belichtet, ist die Chance größer, dass man während dieser Zeit wackelt. Eine Faustregel besagt, dass man den Umkehrbruch der Brennweite “noch halten” kann: 1/200 sec bei 200mm, 1/60 sec bei 60mm etc.

Wenn es wackelt, dann kann man …

  • den Bildstabilisator einschalten: Das ist aber kein Allheilmittel, kann aber 1-2 Belichtungsstufen Vorteil bringen. Bei 200mm Brennweite kann man dann eben auch 1/100 oder 1/50 sec evtl. noch aus der Hand ohne Wackeln belichten
  • gleich ein Stativ nehmen. Das wackelt so gut wie gar nicht. Dann aber den Stabilisator ausschalten, und evtl. einen Fernauslöser verwenden, um die Kamera nicht berühren zu müssen!
  • ein anderes Objektiv verwenden, welches bei der gewünschten Brennweite mehr Licht durchlässt. Lichtstarke Teleobjektive sind aber sehr teuer
  • näher ans Motiv gehen, und wieder herauszoomen. Das Motiv ist dann genauso groß im Bild, aber man kann evtl. eine größere Blende wählen, und kurze Brennweiten sind auch nicht so wackelgefährdet. Leider ändert sich dadurch aber die Perspektive (das Verhältnis von Vorder- und Hintergrund).

Die letzte Maßnahme können Sie im Simulator testen: Stellen Sie Brennweite und Entfernung jeweils in die Mitte, klicken sie dann “Motivgröße konstant” an, und verschieben Sie einen der beiden Regler.

* Das stimmt zwar nur bedingt bis gar nicht, hilft aber als Eselsbrücke